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Berufsverband der Frauenärzte empört über Papst-Äußerung

Der Berufsverband der Frauenärzte in Deutschland reagiert empört auf Äußerungen von Papst Franziskus, der Abtreibungen mit Auftragsmorden gleichgesetzt hatte. Frauenärztinnen und Frauenärzte, die Schwangerschaften nach den gesetzlichen Vorgaben abbrächen, täten dies, "weil sich die Frauen in einer Notlage befinden", sagte Verbandspräsident Christian Albring dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag).

Solche Notlagen könnten eine medizinische oder psychische Gefährdung, eine soziale Krise oder ein gewaltsam herbeigeführter Geschlechtsverkehr sein. Die Ärzte kümmerten sich um Frauen, die durch ihre Schwangerschaft in einer ausweglosen Situation seien und Hilfe benötigten, betonte der in Hannover niedergelassene Frauenarzt. "Sie führen nicht etwa Schwangerschaftsabbrüche durch, weil sie gewissenlos sind, sondern weil sie sich gerade aus Gewissensgründen zu dieser Hilfe verpflichtet fühlen."

In seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom hatte der Papst am Mittwoch unter Anspielung auf Abtreibungsgesetze gefragt, wie es therapeutisch oder menschlich sein könne, ein unschuldiges und wehrloses Leben zu beseitigen. In Abweichung vom Redemanuskript fragte Franziskus in umgangssprachlichen Worten, ob es richtig sei, womöglich aus Kostengründen ein menschliches Leben "kalt zu machen". Die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch sei, "als ob man einen Auftragsmörder mietet, um ein Problem zu lösen".