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Augsburger Rabbiner Brandt erhält Klaus-Hemmerle-Preis

Die ökumenische Fokolar-Bewegung verleiht den Klaus-Hemmerle-Preis 2018 an den Augsburger Rabbiner Henry G. Brandt. Die Auszeichnung werde am 25. Januar 2018 in Aachen verliehen, wie die Bewegung am Mittwoch in München mitteilte. Der gebürtige Münchner Brandt feiert noch in diesem Monat seinen 90. Geburtstag und ist momentan Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg. Als Amtsrabbiner betreut er auch die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld. Bis zum Jahr 2016 war er jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und ist seitdem Ehrenvorsitzender.

In der Begründung der Jury heißt es, man wolle Brandt "für sein Lebenswerk im interreligiösen Dialog und insbesondere für seinen großherzigen und unermüdlichen Einsatz für die Verständigung zwischen Juden und Christen auszeichnen". Schon durch seine Rückkehr nach Deutschland habe er ein "nicht hoch genug einzuschätzendes Zeugnis für seinen Willen zu Versöhnung und Frieden angesichts der Schoa gegeben". Brandt war 1939 mit seiner Familie über Großbritannien nach Tel Aviv emigriert und Anfang der 80er Jahre nach Deutschland zurückgekommen.

Brandt wird der achte Träger des undotierten Klaus-Hemmerle-Preises, den die Fokolar-Bewegung in Erinnerung an den verstorbenen Bischof von Aachen alle zwei Jahre verleiht. Zur Preisverleihung laden das Bistum Aachen und die Fokolar-Bewegung in den Aachener Dom ein. Die Fokolar-Bewegung hat rund 140.000 Mitglieder weltweit und ist in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Sie wurde vor mehr als 60 Jahren in Italien gegründet.