Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Auftritt von AfD-Vertreter beim Katholikentag weiter in der Kritik

Der Auftritt eines AfD-Vertreters auf dem Deutschen Katholikentag in Münster sorgt weiter für Kritik. Das Institut für Theologie und Politik in Münster ruft zu Protestschreiben an die Leitung des Katholikentags auf. Sich der AfD nicht entgegenzustellen, sei Feigheit, heißt es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Aufruf des Instituts. Christen sollten für Buntheit, Verschiedenheit, Menschenrechte und Toleranz stehen. "Unsere Toleranz hört dort auf, wo andere aus Hass, Ressentiment, Rassismus ihr vermeintliches Wohl meinen verteidigen zu müssen."

Auf der Internetseite ruft das Institut, das von einem Förderverein getragen wird, dazu auf, in Briefen oder E-Mails die Leitung des Katholikentags aufzufordern, den AfD-Vertreter auszuladen. Die AfD stehe für eine rassistische, ausgrenzende und hasserfüllte Politik, die im fundamentalen Widerspruch zum christlichen Glauben stehe, heißt es in dem Formulierungsvorschlag auf der Internetseite.

Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, ist Teilnehmer des Podiums am 12. Mai in der Halle Münsterland "Nun sag', wie hast du's mit der Religion? Die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft". Weitere Teilnehmer sind religionspolitische Sprecher oder Experten der Bundestagsfraktionen von CDU, SPD, Grüne und Linke.

Zuvor hatte eine Münsteraner Erklärung von mehreren Theologen die Ausladung des AfD-Vertreters gefordert. An der Erklärung waren auch Vertreter des Instituts beteiligt. Kritik kam auch vom Bund der Katholischen Jugend (BDKJ).

Der Katholikentag hatte die Teilnahme von Münz damit begründet, dass es bei der Podiumsveranstaltung um die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion gehe. Traditionell stellen sich auf Katholiken- und Kirchentagen Politiker aktuellen Diskussionen mit Vertretern der Kirchen und der Zivilgesellschaft.

Auf dem Katholikentag in Leipzig vor zwei Jahren war die AfD noch unerwünscht. Beim Evangelischen Kirchentag im Mai 2017 in Berlin stand eine Podiumsdiskussion mit der damaligen AfD-Politikerin Anette Schultner, die die Partei mittlerweile verlassen hat, und dem Berliner evangelischen Bischof Markus Dröge auf dem Programm. Der 101. Deutsche Katholikentag findet vom 9. bis zum 13. Mai in Münster statt.