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Appell zum Gebet für Ende der inner-orthodoxen Spannungen

Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) hat ihre Hoffnung auf eine baldige Überwindung der inner-orthodoxen Spannungen zum Ausdruck gebracht. Sie forderte ihre Priester und Gläubigen auf, um "den Frieden der ganzen Welt, den Wohlbestand der heiligen Kirchen Gottes und die Einheit aller" intensiver zu beten, hieß es am Mittwoch nach einer Sitzung in Bonn am Sitz der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Die anwesenden Bischöfe bedauerten das Fehlen der russischen Bischöfe, hieß es weiter.

Die Russische Orthodoxe Kirche und das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul, dem in der Orthodoxie der Ehrenvorsitz zusteht, streiten sich um die Bildung einer unabhängigen (autokephalen) orthodoxen Kirche in der Ukraine. Das Moskauer Patriarchat hatte Mitte Oktober wegen des Streits um die Ukraine die eucharistische Gemeinschaft mit dem Patriarchat von Konstantinopel abgebrochen.

Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, habe auf der Sitzung über den kürzlich gefassten Beschluss des Ökumenischen Patriarchats informiert, das "Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa" aufzulösen und seine Gemeinden in die bestehenden jeweiligen Metropolien des Ökumenischen Patriarchats in den einzelnen Ländern einzugliedern, hieß es weiter.

Die Bischöfe der beiden russischen orthodoxen Diözesen Deutschlands nahmen den Angaben zufolge daher nicht an der Sitzung in Bonn teil. Aus dem gleichen Grund habe auch der Generalsekretär gefehlt, der zur Russischen Orthodoxen Kirche gehört, erklärte die Orthodoxe Bischofskonferenz. Um eine kontinuierliche Weiterarbeit zu ermöglichen, sei Erzpriester Radomir Kolundzic damit beauftragt worden, vorläufig die Aufgaben des Generalsekretärs kommissarisch zu übernehmen.