RBB will crossmediales Angebot ausbauen

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RBB-Intendantin Patricia Schlesinger
Berlin (epd)

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) will in diesem Jahr sein crossmediales Angebot weiter ausbauen. Dies sei neben der Steigerung der Reichweite und der Erarbeitung einer Diversity-Strategie eines der zentralen Unternehmensziele für 2021, sagte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, am Montag in Berlin auf einer digitalen Jahrespressekonferenz.

Ein Meilenstein sei der für den Herbst geplante Start des "Crossmedialen News-Centers". Im Oktober soll mit dem Einzug begonnen werden: "Das ist ein wichtiger Zwischenschritt, mit dem wir den RBB schon kurzfristig im Digitalen stärken."

"Wir lernen immer besser"

Die Vorbereitungen seien dazu in vollem Gange, sagte die Intendantin: "Seit März arbeitet das Fachressort Landespolitik Berlin crossmedial, im Mai folgen die Brandenburger Kolleginnen und Kollegen." Ziel sei es, den Austausch zwischen allen Gewerken zu perfektionieren. Dies soll dann in einem "Digitalen Medienhaus" münden, das am Standort Berlin geplant ist.

RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus betonte: "Wir lernen immer besser, gemeinsam für alle Medien - Radio, Fernsehen, Online - zu planen." Dies sei unabdingbar, um künftig mit geringeren Mitteln ein attraktives Programm für alle anbieten zu können.

Schlesinger erteilte dabei einer baldigen Verlagerung von RBB-Radiowellen ins Internet eine Absage. "Wir wollen keine Inhalte aus dem linearen Programm ins Netz beziehungsweise ins Non-lineare verdrängen oder gar abschieben." Anderslautende Medienberichte seien schlichtweg falsch: "Unser einziger Ehrgeiz besteht darin, mit unseren Produkten so viele Menschen wie möglich zu erreichen", betonte Schlesinger.

Unter anderem hatten offene Fragen zur Verlagerung von Hörfunkangeboten ins Netz zu einem Verfahrensstopp bei der Novellierung des RBB-Staatsvertrages zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg geführt. Schlesinger betonte: "Wir hoffen weiterhin, dass es einen modernen, zukunftsfähigen und Flexibilität ermöglichenden Staatsvertrag geben wird." Sie sei da sehr zuversichtlich. Ein neuer Staatsvertrag sollte aber die Empfangsvorlieben und -gewohnheiten der Nutzer im Auge haben und sich die Frage stellen, "ob wir unser Publikum vielleicht irgendwann und nur in einigen Fällen besser im Netz als über UKW erreichen".

Mit Blick auf die Kündigung von ursprünglich 75 freien Mitarbeitern im Zuge des Umbaus des Vorabendprogramms zum Jahresende sagte Schlesinger, viele der Betroffenen würden an anderer Stelle im RBB gebraucht. Lediglich für weniger als zehn Betroffene gebe es bislang noch keine Perspektive.

Ausbau der regionalen Berichterstattung

David Biesinger, seit April RBB-Chefredakteur, kündigte einen Ausbau der regionalen Berichterstattung an. Neben den Studios in Cottbus und Frankfurt (Oder) und den Büros in Perleberg und Prenzlau soll es bald 14 sogenannte Regionalkorrespondenten geben. "Sie arbeiten mobil und können ihre Bilder, Töne, Stücke und Schalten von vor Ort in die Redaktionen überspielen", so Biesinger.

Weiter verwies Schlesinger auf ein neues Unternehmensleitbild, das in den vergangenen Monaten erarbeitet worden sei: "Sechs zentrale Werte beschreiben und stärken ab sofort das Miteinander im RBB. Wir sind experimentierfreudig, modern organisiert, publikumsorientiert, informiert, nachhaltig und divers."