Hessischer Rundfunk baut HR2-Kultur um

Frankfurt a.M. (epd)

Der Hessische Rundfunk (HR) plant eine deutliche Reduzierung der Wortinhalte beim Radioprogramm HR2-Kultur. Eine interne Expertengruppe habe entsprechende Vorschläge erarbeitet und entwickele im Auftrag der Geschäftsleitung derzeit konkrete Umsetzungspläne, sagte der Leiter der HR-Kommunikation, Christoph Hammerschmidt, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt am Main. Wortinhalte zu Kulturthemen will die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt künftig vor allem über die Informationswelle HR-Info, im Internet auf "hessenschau.de" sowie in der "ARD Audiothek" ausspielen. "HR2-Kultur wird zum Klassikprogramm für Hessen", sagte Hammerschmidt.

Gänzlich werde die Welle allerdings nicht auf Wortinhalte verzichten. "Der Umbau ist kein Sparprogramm", betonte der Sendersprecher. Mit der Neuausrichtung werde den sendereigenen Klangkörpern, dem HR-Sinfonieorchester und der HR-Bigband, eine stärkere Rolle zukommen.

Fehlbetrag

Hammerschmidt kündigte an, dass auch die übrigen Hörfunkwellen des HR in den kommenden Monaten neu aufgestellt würden. "Der Prozess wird jetzt auf das gesamte Haus ausgeweitet", sagte er. Ziel sei es, "alle Menschen in Hessen zu erreichen": Durch die Betonung seiner digitalen Angebote nehme der HR künftig stärker die Bedürfnisse der unter 35-Jährigen in den Blick.

Die Reform von HR2-Kultur ist Teil eines umfangreichen Umbaus der gesamten Rundfunkanstalt. Intendant Manfred Krupp hatte Ende 2018 bereits angekündigt, dass die Kulturberichterstattung 2019 multimedial organisiert wird. Die Sportredaktion und der Programmbereich Hesseninformation waren zuvor trimedial umgebaut worden und hatten für Fernsehen, Radio und Internet einheitliche Leitungen erhalten.

Im Etat der Rundfunkanstalt fehlen laut Haushaltsplan 2019 insgesamt 93 Millionen Euro, das vergangene Geschäftsjahr hatte der HR mit einem einen Fehlbetrag von 76,5 Millionen Euro abgeschlossen. HR2-Kultur erreicht nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) täglich rund 100.000 Hörerinnen und Hörer.