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Der Pianist Igor Levit wurde ausgezeichnet.
Frankfurt a.M. (epd).

Der Pianist Igor Levit ist mit dem „Ludwig-Landmann Preis für Mut und Haltung“ 2022 ausgezeichnet worden. Levit erhalte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein „konsequentes Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit“, begründete die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt die Wahl. Für den Preisträger gebe es keine „Menschen zweiter Klasse“. Mit klaren Worten fordere er die Gesellschaft auf, die Demokratie zu verteidigen. Dass er wegen seiner Haltung Morddrohungen erhalte, schüchtere ihn nicht ein.

Die Auszeichnung wurde Levit am 19. September im Jüdischen Museum Frankfurt am Main überreicht. Erinnerungskultur brauche Menschen, die aufstehen gegen Antisemitismus und Rassismus, sagte die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne), bei der Feier laut vorab verbreitetem Redemanuskript. Antisemitismus sei „ein Angriff auf jeden von uns, auf unsere Gemeinschaft, auf unser aller Leben in Freiheit“. Kunst und Kultur könnten dagegen Kräfte entfalten, die jene der Politik manchmal überstiegen. In Igor Levit würden solche Kräfte „zur unwiderstehlichen Kraft der Humanität, die den Hass überwindet und Herz und Augen für den anderen öffnet“.

Igor Levit wurde 1987 in Russland geboren. Als er acht Jahre alt war, wanderte seine Familie nach Deutschland aus. Der Pianist hält eine Professur für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover inne und ist künstlerisch international tätig.

Der anlässlich der Wiedereröffnung des erneuerten Jüdischen Museums im Oktober 2020 ins Leben gerufene Ludwig-Landmann-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Erster Preisträger war der israelische Historiker und Zeitzeuge des Holocausts, Saul Friedländer.

„Mit dem Preis möchte die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums an das Vermächtnis von Ludwig Landmann erinnern“, erläuterte deren Vorsitzender Werner D'Inka. Der Oberbürgermeister Frankfurts habe dank seiner visionären Regierungspolitik die Stadt in den Jahren 1924 bis 1933 zu einer modernen Metropole entwickelt. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Landmann 1933 seines Amtes enthoben, seiner Pension beraubt und in die Flucht getrieben. Er starb 1945 verarmt im niederländischen Exil.