Mehr deutsche Filme bei der Berlinale als sonst

s:14:"Carlo Chatrian";
Carlo Chatrian
Berlin (epd)

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin setzen bei ihrer digitalen Auflage Anfang März besonders auf Produktionen aus Deutschland. "Dass die deutsche Präsenz in diesem Jahr stärker ist, hat sicher auch damit zu tun, dass die Filmwirtschaft hier sehr aktiv ist und mit ihren Projekten früh an uns herangetreten ist", sagte der Künstlerische Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch Cannes habe im vergangenen Jahr mehr französische Filme als üblich gezeigt. "Das ist eine Konsequenz der Pandemie, alle bauen stärker auf den heimischen Markt", sagte Chatrian.

Dennoch habe die Berlinale die Filme für den Wettbewerb ausgewählt, weil sie künstlerisch stark sind. Im Wettbewerb der Filmfestspiele stammen in diesem Jahr 5 der 15 Beiträge aus Deutschland. Das Berlinale-Konzept sieht wegen der Corona-Pandemie zwei Ausgaben vor: ein Industry-Online-Angebot vom 1. bis 5. März, das nur für Branchenvertreter und Journalisten zugänglich ist, und eine Publikums-Berlinale im Sommer, vom 9. bis 20. Juni, über die Stadt verteilt in Kinos und Freiluftkinos.

"Besser als gar nichts"

Chatrian sagte, die Berlinale wolle allen Wettbewerbsfilmen die Möglichkeit einer Kinovorführung im Juni bieten. Auch die Absage der Filmfestspiele habe im Raum gestanden, erklärte der Künstlerische Leiter: "Aber bevor es so weit kommt, wollten wir alle anderen Möglichkeiten durchspielen: nicht nur weil wir unsere Filmauswahl präsentieren wollen, sondern auch weil wir wissen, wie wichtig es für die Filme ist, eine Plattform zu finden. Sicher, nicht in der gewohnten Weise, aber das ist immer noch besser als gar nichts."

Die jetzt gefundene Festival-Form sei teurer und riskanter als einer Absage. Doch dank der Unterstützung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), sei sie möglich. "In Kultur zu investieren, auch wenn es keine wirtschaftlichen Sicherheiten gibt, darum geht es in einer Kulturinstitution", sagte Chatrian.

epd-Gespräch: Anke Sterneborg