Fotografin unter Musikern

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Linda McCartneys Fotografien von Rockstars der 1960er in Oberhausen
Linda McCartneys Fotografien von Rockstars der 60er in Oberhausen
Oberhausen (epd)

Wie Fotos Musikgeschichte dokumentieren, zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Die Fotografin Linda McCartney, Ehefrau des Beatles-Musikers Paul McCartney, hatte die Größen aus Rock und Pop der späten 60er Jahre vor der Linse. 180 ihrer Bilder sind bis 3. Mai unter der Überschrift "Fotografin unter Musikern. Linda McCartney - The Sixties and more" zu sehen.

Die Künstlerin fotografierte die Stars und Sternchen des damaligen Musikgeschäfts: Neben den Beatles auch die Rolling Stones sowie The Doors und The Who. Aretha Franklin und Bob Dylan setzte sie ebenfalls in selbstverständlicher Natürlichkeit in Szene. Der US-Amerikanerin Linda McCartney (1941-1998) gelang es dabei, eine große Nähe zu den abgelichteten Stars zu finden.

"Auf einen Schlag berühmt"

Zu ihrem Job als Fotografin kam die aus einem wohlhabenden Elternhaus in New York stammende gebürtige Linda Eastmann nur scheinbar zufällig. Nach einem nicht ernsthaft belegten Studium der Kunstgeschichte und einem Fotokurs wechselte sie in eine Bürotätigkeit und erledigte die Post. Eine namentlich nicht adressierte Einladung zu einem Pressetermin mit den Rolling Stones nahm sie für sich und gelangte als einzige Fotografin in diese Veranstaltung.

Das hatte für die junge Amateurfotografin eine lebensentscheidende Nachwirkung, wie Museumsleiterin Christine Vogt berichtet: "Auf einen Schlag war sie berühmt." Das sei für sie der Schritt zur Fotografin gewesen. Schnell habe sie Zugang zu den Musikstars gefunden und die Bekanntschaft mit ihrem späteren Ehemann Paul McCartney gemacht. Die Ergebnisse präsentiert die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.

Der Rundgang beginnt bei den Arbeiten der 60er Jahre. Bands und Musiker fotografierte Linda McCartney in verschiedenen Posen. Mal sind es Pressetermine, selten Studioaufnahmen. Meistens entstanden Bilder und Inszenierungen bei Konzerten. Reportagen zu den Rolling Stones und Familienbilder, die jede Privatheit ausschließen, füllen die Museumswände. Und immer wieder stehen die Beatles im Mittelpunkt.

Bekannt vor Paul

"Linda war bekannt, bevor sie Paul kennenlernte", betont Museumsleiterin Vogt. "Sie hat ihn nur durch ihre Arbeit kennengelernt." Durch die Heirat sei Linda McCartney selbst zum Bildobjekt geworden. Sie habe nur noch selten Bands und Musiker abgelichtet, jedoch auf allen Reisen ihre Kamera mitgenommen und eifrig fotografiert, erzählt die Museumschefin.

Das letzte Ausstellungskapitel geht auf die völlig neu gestalteten Plattencover ein, die ab Mitte der 60er Jahre entstanden und heute Kultstatus haben. Ein Teil von ihnen beruht auf Designs von Linda McCartneys Fotos. Ein Soundwalk ermöglicht den Besuchern zudem, noch mehr in die Ära des Rock'n'roll einzutauchen.

Von Peter Noçon (epd)