"Bunte Götter - Golden Edition" in Frankfurt

s:135:"Experimentelle Farbrekonstruktion der Statue einer Frau, die sich in einen Mantel hüllt (sog. Kleine Herkulanerin, Delos, 2 Jh.v.Chr.)";
Experimentelle Farbrekonstruktion der Statue einer Frau, die sich in einen Mantel hüllt (sog. Kleine Herkulanerin, Delos, 2 Jh.v.Chr.)
Frankfurt a.M. (epd)

Bunt bemalte griechische und römische Skulpturen der Antike sind ab dem 30. Januar in der Liebieghaus-Skulpturensammlung in Frankfurt am Main zu sehen. Die Wanderausstellung "Bunte Götter - Golden Edition" präsentiere in einer erweiterten Fassung neue Erkenntnisse zur Farbigkeit antiker Statuen, sagte der Museumsdirektor Philipp Demandt am 29. Januar. Mehr als 100 Objekte aus internationalen Museumssammlungen und dem Bestand des Liebieghauses sind zu sehen, darunter 60 Rekonstruktionen, sowie 22 Grafiken. Die Ausstellung ist bis zum 30. August geöffnet.

Die Exponate, Originale wie farbige Rekonstruktionen, sind in die gesamte Skulpturensammlung des Liebieghauses vom alten Ägypten über die Antike, das Mittelalter bis in die Neuzeit integriert. Zu den Originalen behört die "Bikini-Venus" aus Pompeji. Das Exponat aus dem Archäologischen Nationalmuseum Neapel stellt eine Aphrodite mit Erosknaben aus Marmor dar. Die nackte Frauenfigur ist mit Verzierungen und einem geflochtenen Bustier aus Gold bemalt.

Drei Millionen Besucher

Der Ausstellungstitel "Golden Edition" verweise darauf, dass Gold aufgrund der Untersuchungsbefunde eine bedeutende Rolle als Farbe auch für die jüngsten Rekonstruktionen spiele, sagte der Begründer der Rekonstruktionen und Leiter der Liebieghaus-Antikensammlung, der Klassische Archäologe Vinzenz Brinkmann. Neuere Untersuchungen hätten auch die farbige Rekonstruktion der "besten und schönsten griechischen Figuren" möglich gemacht, der Bronzekrieger von Riace mit goldenem Helm und Schild.

Die von Brinkmann aufgrund seiner Forschungserkenntnisse gefertigten ersten Rekonstruktionen wurden 2003 in München ausgestellt. 2008 wurde die Ausstellung "Bunte Götter" bereits einmal im Frankfurter Liebieghaus gezeigt, danach wanderte sie in 30 Städte um die Welt. Drei Millionen Besucher haben nach Demandts Angaben die Skulpturen bisher besichtigt. Die durch die fortlaufende Forschung weiter gewachsene Ausstellung soll nach den Worten von Brinkmann wieder reisen, als nächstes Ziel sei Neapel im Blick, danach New York und Sydney.