Buchmarkt hält Umsatz während Corona-Pandemie stabil

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Regal mit Büchern (Frankfurter Buchmesse)
Frankfurt a.M. (epd).

Der Buchmarkt hat während der Corona-Pandemie seinen Umsatz behauptet. Im Jahr 2020 sei er im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben (plus 0,1 Prozent), sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am 8. Juli in Frankfurt am Main. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent gewachsen, liege aber noch um 3,7 Prozent unter dem ersten Halbjahr 2019 ohne Lockdown.

Allerdings hat die zeitweilige Schließung der Buchhandlungen in der Pandemie nach Skipis Worten zu einer deutlichen Verschiebung der Vertriebswege geführt. Die Buchhandlungen, die 42 Prozent der Buchverkäufe tätigten, hätten 2020 einen Umsatzrückgang von neun Prozent hinnehmen müssen. Insbesondere die verordnete Schließung vor dem Weihnachtsgeschäft habe ihnen die Bilanz verhagelt. Gewinner sei dagegen der Internetbuchhandel gewesen, der 24 Prozent der Buchverkäufe abdecke. Sein Umsatz sei um 21 Prozent gestiegen. Dabei habe der Umsatz der Online-Shops der Buchhandlungen um 27 Prozent zugenommen, der des größten Onlinehändlers Amazon nur um sieben Prozent.

Die Buchhandlungen hätten auch im ersten Halbjahr dieses Jahres stark unter dem Lockdown gelitten, ergänzte Skipis. Ihr Geschäft sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,5 Prozent zurückgegangen, gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 sogar um 23 Prozent. Kinder- und Jugendbücher seien im vergangenen Jahr besonders nachgefragt worden. Ihr Umsatz sei um 4,7 Prozent gestiegen. Verlierer sei angesichts der Reisebeschränkungen die Reiseliteratur gewesen, die um 26,1 Prozent abnahm.

E-Book mit bescheidenem Marktanteil

E-Book-Downloads sind nach Skipis Angaben im vergangenen Jahr um 16 Prozent gestiegen, das E-Book verzeichne aber einen bescheidenen Anteil 5,9 Prozent am Buchmarkt. Das gedruckte Buch sei bei Kunden weitaus beliebter. Der meistverkaufte Titel im ersten Halbjahr dieses Jahres war der Roman „Über Menschen“ von Juli Zeh, im Jahr 2020 der Thriller von Sebastian Fitzek „Der Heimweg“. Wegen der Pandemie hätten manche Verlage auf die Herausgabe neuer Titel verzichtet oder diese verschoben. Die Zahl der Erstauflagen sank 2020 um 1,7 Prozent.

Für die Zukunft sei die Buchbranche optimistisch gestimmt, sagte Skipis. „Als die Buchhandlungen wieder öffneten, haben die Menschen sie gestürmt.“ Auch die Politik habe Bücher zum täglichen Bedarf gerechnet. Laut einer Umfrage habe in der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr jeder Vierte häufiger gelesen, in der Altersgruppe zwischen zehn und 19 Jahren hätten dies mit 34 Prozent die meisten angegeben. Skipis bot der Politik an, dass Verlage und Buchhandlungen sich an Konzepten zur Belebung der Innenstädte beteiligen könnten. Es gebe ein „filigranes Netz von 5.000 Buchhandlungen in Deutschland“, die zu „kulturellen Ereignisorten auch für andere Kulturgattungen“ ausgebaut werden könnten.