s:62:"Raubkunst aus Benin im Hamburger Weltkulturmuseum Markk (2021)";
Raubkunst aus Benin im Hamburger Weltkulturmuseum Markk (2021)
Berlin (epd).

Im jahrelangen Tauziehen um die Rückgabe der berühmten Benin-Bronzen an Nigeria ist jetzt ein entscheidender Schritt getan worden. Am 25. August unterzeichneten der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und Abba Isa Tijani, Generaldirektor der National Commission for Museums and Monuments in Nigeria einen Vertrag über die Eigentumsübertragung der 512 in Berlin befindlichen Kolonial-Objekte, wie die Stiftung in Berlin mitteilte. Rund ein Drittel dieser Kunstwerke sollen zunächst als Leihgabe für zehn Jahre im Berliner Humboldt Forum bleiben.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte zur bislang größten Eigentumsrückübertragung von Sammlungsobjekten aus kolonialem Kontext, die Rückgabe habe „Vorbildcharakter für alle Museen in Deutschland“. Weitere Rückgabevereinbarungen sind geplant.

1.100 Bronzen von deutschen Museen gekauft

Bei den Benin-Bronzen handelt es sich um 500 Jahre alte Skulpturen aus dem Königspalast von Benin. Sie waren von britischen Soldaten 1897 geraubt und an ausländische Museen verkauft worden. Rund 1.100 Bronzen erwarben deutsche Museen.

Voraussetzung für die Rückübertragung war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung am 1. Juli durch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Kulturstaatsministerin Roth sowie ihren nigerianischen Amtskollegen. Der Direktor des Ethnologischen Museums, Lars-Christian Koch, kündigte an, dass sich im Humboldt Forum ab 17. September zwei Räume der Kunst aus dem Königreich Benin und seiner Geschichte widmen werden. Die ursprünglich geplante Präsentation sei mit nigerianischen Partnern komplett überarbeitet worden.