Merkel, Maas und Steinmeier kommen zum Kirchentag

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Hans Leyendecker ist Präsident des Kirchentages.
Dortmund (epd)

Zum Kirchentag in Dortmund vom 19. bis 23. Juni wird Prominenz aus Politik, Gesellschaft und Kirche erwartet. Aus der Bundespolitik sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten, wie Kirchentagspräsident Hans Leyendecker am 11. März in Dortmund bei der Präsentation des Programms ankündigte. Das Protestantentreffen unter dem Motto "Was für ein Vertrauen" will auf seinen mehr als 2.000 Veranstaltungen Themen wie Migration, Ökumene, Umwelt und Frieden in den Blick rücken. Auch der Missbrauch in der katholischen Kirche werde Thema sein, hieß es.

Mit dem in der Kirchentagslosung anklingenden Vertrauen habe jede Veranstaltung zu tun, erklärte Leyendecker: mit dem Vertrauen auf Gott, Vertrauen in Kirche, Gesellschaft und Politik. "Damit werden wir ein Zeichen setzen gegen die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft", unterstrich der Kirchentagspräsident. Neben Steinmeier werden auch die früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck, Christian Wulff und Horst Köhler erwartet. Ihr Kommen zugesagt haben zudem Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein baden-württembergischer Kollege Winfried Kretschmann (Grüne).

Formate der Beteiligung

Die Generalsekretärin des Kirchentages, Julia Helmke, sagte, die Veranstaltung setze auf viele interaktive Formate der Beteiligung, etwa mit einem Workshophaus mitten in der Stadt mit mehr als 160 Angeboten. Zu den Teilnehmern aus der Kirche zählen unter anderen der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, mit seiner Frau Anne Schneider, die Theologin Margot Käßmann sowie der katholische Pater und Bestseller-Autor Anselm Grün.

Die Eröffnungsgottesdienste zeigten, dass der Kirchentag mitten im Leben, auf den Marktplätzen der Stadt stehe, unterstrich Helmke. Der größte werde auf einer Straßenkreuzung am Osttor gefeiert, weitere finden auf dem Friedens- und Hansaplatz statt. Das Treffen endet mit Gottesdiensten im Stadion und auf der Seebühne im Westfalenpark.

Ein besonderes Projekt des Kirchentages ist nach Worten von Annette Kurschus, Präses der gastgebenden westfälischen Kirche, der "Rote Faden Migration, Integration und Anerkennung". Mit dem "Roten Faden" sind mehr als 65 Ausstellungen, Führungen, Gottesdienste, Podien und Workshops gekennzeichnet, für die Kurschus die Schirmherrschaft übernommen hat. Die westfälische Kirche widme sich zudem den Themen Sport und Wandel in der Gesellschaft. Beim Abend der Begegnung werde sich die Gastgeberkirche mit zwölf westfälischen Regionen vorstellen - vom Siegerland bis nach Tecklenburg, von Bottrop bis Paderborn.

Das 600 Seiten umfassende Programm des Kirchentages ist seit Montag auf der Internetseite des Kirchentages zu finden und auch als kostenlose App verfügbar. Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund erwarten die Veranstalter rund 100.000 Dauerteilnehmer. Die Großveranstaltung hat nach Angaben von Helmke einen Etat von rund 20 Millionen Euro.