EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer zieht sich von Amt zurück

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Irmgard Schwaetzer
Hannover (epd)

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, zieht sich von dem Leitungsamt zurück. Zum Abschluss der diesjährigen Synodentagung kündigte die 78-Jährige am 9. November an, dieses Amt in der neuen Synode nicht mehr zu bekleiden. Im nächsten Jahr konstituiert sich ein neu zusammengesetztes Kirchenparlament. Schwaetzer war seit 2013 Präses der EKD-Synode. Die frühere FDP-Politikerin und Bundesministerin gehört durch das Amt auch dem Rat der EKD an.

Als Synodenpräses hat Schwaetzer maßgeblich den Zukunftsprozess mit befördert, über den bei der diesjährigen Tagung abgestimmt wurde. Vor dem Hintergrund des Mitgliederverlusts will sich die evangelische Kirche inhaltlich stärker fokussieren und muss einen Sparkurs einschlagen.

"Ich hab's gern gemacht"

Mit den Worten "Ich hab's gern gemacht" verabschiedete sich Schwaetzer von den Synodalen. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte, mit ihrem Ausscheiden gehe eine Ära zu Ende. Sie genieße Hochachtung und Bewunderung unter den Mitgliedern der Synode. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Synodentagung digital abgehalten. Nach Schwaetzers Abschiedsworten schalteten einzelne Synodale ihre Bildschirme und Mikrofone frei, um aus der Ferne zu applaudieren.

Schwaetzers mitunter strenge Tagungsleitung wurde im Kirchenparlament legendär. Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte die Präses in seiner Grußbotschaft zur Synode am Sonntag: "Ich habe mir sagen lassen: Ihre Führung konnte durchaus straff sein, aber dennoch zur allgemeinen Zufriedenheit. Das muss einem auch erstmal gelingen."