Neue Präsidentin von "Brot für die Welt" ins Amt eingeführt

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Einsegnung durch den EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm
Berlin (epd).

Die neue Präsidentin des Hilfswerks „Brot für die Welt“, Dagmar Pruin, ist am 30. September offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Zur Amtseinführung in einem Gottesdienst in der Berliner Marienkirche erklärte die 51-Jährige, den Kampf gegen den Klimawandel und Geschlechtergerechtigkeit ins Zentrum rücken zu wollen. „Der Klimawandel ist die Herausforderung der kommenden Jahre und Covid hat uns schonungslos aufgezeigt, wie angreifbar wir alle für globale Krisen sind“, erklärte die Theologin, die auch die Diakonie Katastrophenhilfe leitet. Frauen und Mädchen seien durch die Pandemie besonders hart getroffen worden, durch häusliche Gewalt im Lockdown und den Verlust von Arbeitsplätzen.

Pruin hatte die Leitung der evangelischen Organisation bereits am 1. März übernommen. Die feierliche Einführung war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Die promovierte Theologin war vor der Amtsübernahme bei „Brot für die Welt“ Co-Geschäftsführerin der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

In ihrer Predigt im Einführungsgottesdienst sagte Pruin, dass Hoffnung ein zentraler Antrieb für sie und die Arbeit des Hilfswerks sei. Hoffnung weiterzusagen und gegen jeden gesellschaftlichen und politischen Fatalismus immer wieder zu beharren, mache ein kirchliches Werk aus, sagte sie. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte in einem Grußwort, wie kaum eine andere Institution der Kirche stünden Diakonie und „Brot für die Welt“ für Barmherzigkeit, Verantwortung, Empathie und Unterstützung im schwersten Leid.

Einbindung junger Menschen mit „Zukunftsboard“

Zur offiziellen Einführung von Pruin gab das Hilfswerk zudem die Gründung eines „Zukunftsboards“ bekannt, über das junge Menschen in die Arbeit von „Brot für die Welt“ eingebunden werden sollen. Zehn 18- bis 27-Jährige sollen die Perspektive der jüngeren Generation in die strategische Ausrichtung der Organisation einbringen und dabei insbesondere der Präsidentin und den Direktorinnen und Direktoren beratend zur Seite stehen, wie das Hilfswerk mitteilte. Jeweils fünf Mitglieder sollen dabei aus Deutschland sowie aus Ländern des globalen Südens kommen, also aus Lateinamerika, Afrika und Asien.

Das evangelische Hilfswerk unterstützt nach eigenen Angaben rund 1.800 Hilfsprojekte weltweit, überwiegend in Afrika, Lateinamerika und Asien. 2020 erzielte das Hilfswerk laut dem im August präsentierten Geschäftsbericht einen Spendenrekord in Höhe von 76,8 Millionen Euro. Einen großen Anteil an den Spenden hat die Kollekte der evangelischen Weihnachtsgottesdienste, die seit Jahrzehnten traditionell an „Brot für die Welt“ gehen. Hier rechnet die Organisation allerdings mit einem Einbruch für das Jahr 2020, weil wegen der Pandemie die meisten Gottesdienste an Heiligabend ausfielen. Dies geht erst in den nächsten Geschäftsbericht ein.

Zusammen mit dem Diakonie-Bundesverband und der Diakonie Katastrophenhilfe gehört das Hilfswerk zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung. Es hat seinen Sitz am Berliner Nordbahnhof.