Merkel fordert Umdenken bei Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika

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Angela Merkel (Archivbild)
Berlin (epd)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat von der Politik ein Umdenken in der Entwicklungszusammenarbeit gefordert. "Die Beziehungen zu Afrika beruhen aus meiner Perspektive zu oft darauf, dass wir glauben zu wissen, was richtig ist in unserer Entwicklungspolitik", sagte Merkel am 26. Juni in der Befragung im Bundestag in Berlin. Sie sei froh darüber, dass die Afrikanische Union in ihrer Agenda selbst Themen priorisiert habe.

Das bedeute nicht, dass man deren Ziele teile. Es heiße aber, "dass wir aufhören zu glauben, Entwicklungspolitik sei ein karitativer Akt und jeder, der sozusagen von uns etwas bekommt, muss sich darüber freuen", sagte Merkel. Sie warb für eine "emanzipatorische Diskussion" mit den Ländern und warb dafür, auch von Afrika zu lernen. Wenn man glaube, man wisse alles, lege man in diesem Fall ein Riesenpotenzial zur Seite, sagte die Kanzlerin.

Seit der Fluchtbewegung auch aus Teilen Afrikas ist die Zusammenarbeit mit dem Kontinent verstärkt in den Blick der deutschen und europäischen Politik geraten. Die Bundesregierung legt bei ihrer Initiative "Compact with Africa" Wert darauf, dass die Maßnahmen verstanden werden als Projekte "mit", und nicht "für" Afrika.