Weniger Menschen in NRW erhalten soziale Mindestsicherung

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Sozialverband VdK NRW: Altersarmut bleibt im Aufwärtstrend
Düsseldorf (epd)

In Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr weniger Menschen Leistungen der sozialen Mindestsicherung oder Hartz IV bezogen. Ende 2019 waren rund 1,9 Millionen Menschen auf diese Leistungen angewiesen, wie das Statistische Landesamt (IT.NRW) in Düsseldorf mitteilte. Das waren fast 69.000 oder 3,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Hartz IV-Empfänger, die Regelleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhielten, sank zum zweiten Mal in Folge auf nun 1,5 Millionen Menschen. Das seien 3,5 Prozent weniger als 2018.

Die Zahl der Empfänger von Asylbewerberleistungen ging den Angaben zufolge Ende 2019 auf knapp 87.400 Menschen zurück. Das seien 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Ebenfalls sank die Zahl der Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen bezogen, um 7,4 Prozent auf 31.400.

Leicht zugenommen habe hingegen die Zahl der Menschen, die eine Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung erhalten. Im Dezember 2019 erhielten etwa 283.300 Menschen diese Leistungen. Das sei ein Anstieg von 0,4 Prozent.

Der Sozialverband VdK NRW erklärte, die Zahlen zeigten, dass vermehrt ältere Menschen in die Armut rutschten. "Seit rund 15 Jahren steigt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich an - und ein Ende dieser Entwicklung ist weiterhin nicht in Sicht", sagte der Landesvorsitzende Horst Vöge. Die Corona-Pandemie verschlimmere die Situation eher noch, weil für ältere Menschen Minijobs und damit der Zuverdienst weggebrochen seien.

"Es darf doch nicht sein, dass viele Konzerne staatliche Mittel abschöpfen, während gerade ältere Menschen, Alleinerziehende und deren Kinder sowie Niedriglohnbezieher nicht genug Geld zum Leben haben", teilte der Verband mit. Es brauche eine Aufwertung der Renten, einen Mindestlohn von 12,80 Euro, eine Vermögensabgabe sowie eine Digital- und Finanztransaktionssteuer um gegenzusteuern.