Traumaprojekt erhält den "Schutzbengel-Award"

Nürnberg, Bad Oeynhausen (epd)

Das Projekt "Abakus - mein Leben zählt" hat auf der Messe ConSozial in Nürnberg den "Schutzbengel-Award" 2019 der Rummelsberger Diakonie erhalten. Abakus ist ein Projekt der Wittekindshofer Diakonie in Bad Oeynhausen für Kinder und Jugendliche aus Ostwestfalen, Lippe und dem Rheinland sowie aus anderen Bundesländern, teilte die Rummelsberger Diakonie mit. Für den Schutzbengel-Award waren Initiativen gesucht, die junge Menschen begleiten, die als "Systemsprenger" gelten und durch alle Raster fallen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Schirmherr der Aktion Schutzbengel ist der Schauspieler Heikko Deutschmann.

Abakus, ein Wohnangebot mit heilpädagogischer Intensivbetreuung, wende sich an schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Intelligenzminderung, hieß es. "Diese jungen Menschen wollen keine Systeme sprengen, sondern sie wissen nicht, wohin mit ihrer Wut", sagte Olaf Forkel, Leiter der Aktion Schutzbengel, bei der Preisverleihung. Die Kinder und Jugendlichen müssten wegen ihres Verhaltens und ihrer Aggressionen Eltern, Pflegefamilien und immer wieder auch Heime verlassen, weil alle überfordert seien. Bereits kleine Kinder erlebten wiederholt abbrechende Beziehungen, sexuelle Übergriffe, Gewalt und Vernachlässigung. Der Wittekindshof biete mit Abakus den Betroffenen einen sicheren Ort, an dem Krisen auch gemeinsam durchgestanden würden, und eröffne Perspektiven, hieß es.