Tierschutzbund fordert tiergerechte Zucht von Kälbern

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Bonn (epd)

Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Abkehr von hochgezüchteten Milchkühen und eine tiergerechte Aufzucht von Kälbern. Rund vier Millionen Kälber kämen in Deutschland jedes Jahr auf die Welt, jedoch würden nur einige Hunderttausend weibliche anschließend für wenige Jahre Milchkühe, teilte der Verband in Bonn mit. "Alle anderen Kälber werden zu Niedrigstpreisen verramscht, transportiert, gemästet und geschlachtet." So werden laut Tierschutzbund jedes Jahr etwa 680.000 Kälber ab einem Alter von 14 Tagen ins Ausland verkauft und transportiert.

"Das System ist kaputt; die Tiere werden nur als Produktionsgüter gesehen", erklärte die Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund, Frigga Wirths. "Besonders die männlichen Kälber der Milchrassen haben keinen wirtschaftlichen Wert, weil sich ihre Mast nicht rentiert - sie setzen zu wenig Fleisch an." Aufgrund ihres mangelnden Wertes erhalten die Kälber laut Tierschutzbund weniger Aufmerksamkeit: Sie würden von ihren Müttern getrennt, in kleinen Einzelboxen gehalten, bei Krankheiten oft nicht behandelt und oft schon in den ersten Tagen sterben.