Das Land Nordrhein-Westfalen will gemeinsam mit der Stadt Hagen Probleme auf dem lokalen Wohnungsmarkt beseitigen. Bei dem sogenannten Hagen-Pakt gehe es bis 2035 um die Beseitigung von Wohnungsüberhängen und Problemimmobilien, um den Aufbau eines Europacenters zur Unterstützung und Arbeitsvermittlung von Zugezogenen aus EU-Ländern und um städtebauliche Kriminalprävention, teilten NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und Oberbürgermeister Dennis Rehbein (beide CDU) zur Unterzeichnung der Vereinbarung mit. Zu den Mitunterzeichnern gehören auch die Arbeitsgemeinschaft der Hagener Wohnungsunternehmen und die Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH.
Die Stadt Hagen schätzt dass 3.200 Wohneinheiten von Sanierungsstau und baulichen Mängeln geprägt sind. Dieser Bestand, zu dem den Angaben zufolge etwa 350 Problemimmobilien gehören, soll durch Abriss und Neubau reduziert werden. Ziel sei es, in den kommenden zehn Jahren 600 Wohneinheiten zurückzubauen und 1.000 Wohneinheiten zu modernisieren, hieß es. Die Stadt Hagen legt den Fokus dabei vor allem auf die Stadtteile Altenhagen, Eckesey, das Bahnhofsquartier, Wehringhausen und Haspe.
Europacenter soll EU-Migranten in Arbeit bringen
Die Stadt will zudem ein „Europacenter“ aufbauen, mit dessen Hilfe Menschen aus der Europäischen Union, die neu nach Hagen ziehen, unterstützt und begleitet werden. In einer Erstberatung sollen Zugewanderte aus europäischen Mitgliedstaaten dort rechtliche Informationen, praktische Unterstützung und Hilfe beim Einstieg in den Arbeitsmarkt bekommen. Ziel sei eine dauerhafte berufliche Eingliederung, die als Grundlage für eine langfristige soziale und wirtschaftliche Integration dient.
In den kommenden zehn Jahren sollen den Angaben nach rund 80 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und NRW-Bank Mitteln zur Umsetzung des Hagen-Paktes zur Verfügung gestellt werden. Das Ministerium wird in Abstimmung mit dem Bund für die Stadt Hagen ein Sonderfördergebiet einrichten, um gesonderte Förderkonditionen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben zu ermöglichen.