Missbrauchsaufarbeitung: Lippische Kirche bezieht Betroffene mit ein
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Themenfoto Missbrauch in der Kirche
Detmold (epd).

Zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und anderen Grenzüberschreitungen hat die Lippische Landeskirche eine neue Arbeitsgruppe eingesetzt, an der sich auch betroffene Menschen beteiligen. Damit werde der Empfehlung eines extern besetzten Fachgremiums gefolgt, teilte die lippische Kirche in Detmold mit. „Wir sind froh, dass zwei betroffene Personen sich bereit erklärt haben, in diesem Gremium mitzuarbeiten“, sagt Kai Mauritz, Leiter der Stabsstelle zur Prävention von sexualisierter Gewalt. „Nur mit ihrer Perspektive kann eine Aufarbeitung, die uns auch Erkenntnisse für die Gegenwart bringt, gelingen.“

Die Arbeitsgruppe setze sich den Angaben zufolge aus fünf Personen zusammen. Neben den zwei von sexualisierter Gewalt betroffenen Menschen kommen drei Mitglieder von der Stabsstelle. Zusammen befassten sie sich mit der weiteren Aufarbeitung bereits bekannter Fälle sowie mit allen aktuellen Themen, die mit sexualisierter Gewalt im Bereich der Lippischen Landeskirche zu tun haben, hieß es. Die Mitglieder seien dabei auch ansprechbar von außen: für Vorschläge und Anregungen in den Themenfeldern Prävention, Machtmissbrauch, sexualisierte und spirituelle Gewalt.

AG soll Transparenz, Erinnerungskultur und Sprachfähigkeit fördern

Weitere Aufgabe des Gremiums ist demnach die Präventionsarbeit. Sie klären über die Auswirkungen auf Betroffene und deren nahes Umfeld sowie über Auswirkungen auf Kirchengemeinden und Einrichtungen auf, in denen es zu Vorkommnissen sexualisierter Gewalt gekommen ist. Transparenz, Erinnerungskultur und Sprachfähigkeit sind weitere Themenfelder der Arbeitsgruppe, wie es hieß.