Friedensbeauftragter kritisiert Freiwilligendienst bei Bundeswehr

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Jülich (epd)

Der Friedensbeauftragte des evangelischen Kirchenkreises Jülich, Klaus Kenke, kritisiert die Bundeswehr für den neuen Freiwilligendienst "Dein Jahr für Deutschland". Die ursprüngliche Ausrichtung der Bundeswehr mit der Vorstellung des "Staatsbürgers in Uniform" und der damit verbundenen allgemeinen Wehrpflicht sei die bessere Alternative, erklärte er in Jülich. Zudem widerspreche es der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, Minderjährige zu dem Dienst aufzufordern. "Die Personalprobleme der Bundeswehr lassen sich durch solche fragwürdigen Aktionen nicht beheben", betonte er.

Zudem kritisierte Kenke, dass die Bundeswehr den Begriff Heimatschutz verwendet. "Die Bundeswehr sollte konsequent braunes Gedankengut aus ihrer Sprache und Verordnungen verbannen", sagte er.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte am Donnerstag in Berlin den neuen Freiwilligendienst vorgestellt. Der einjährige Dienst soll zum April 2021 starten, umfasst sieben Monate freiwilligen Wehrdienst und besteht aus einer dreimonatigen militärischen Grundausbildung und einer Spezialausbildung. Nach der Rückkehr ins Zivilleben sollen die Freiwilligen innerhalb von sechs Jahren dann insgesamt mindestens weitere fünf Monate als Reservistinnen und Reservisten dienen, vorwiegend in der Region, in der sie leben. Die Interessenten müssen mindestens 17 Jahre alt sein.