Arends: Kirche will Menschen gerade in der Corona-Zeit nahe sein

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Landessuperintendent Dietmar Arends
Bad Salzuflen (epd).

Während der Corona-Pandemie will die Kirche nach Worten des lippischen Landessuperintendenten Dietmar Arends den Menschen nah sein. Dabei gehe es auch darum, die Gesellschaft zusammenzuhalten, sagte Arends am Samstag beim Jahresempfang der Lippischen Landeskirche und des Erzbistums Paderborn in Bad Salzuflen. Wegen der eingeschränkten Angebote sie die Kirche aber auch selbst „Betroffene“. Der Dechant des katholischen Dekanats Bielefeld-Lippe, Norbert Nacke, erklärte, die Pandemie sei für die Kirche auch eine Zeit des gemeinsamen Lernens und Aneignens neuer Fähigkeiten.

Der Theologische Vorstand der diakonischen Stiftung Eben-Ezer, Bartolt Haase betonte, die Kirche solle in der Corona-Zeit Zuversicht vermitteln und „den Menschen nicht Angst machen. “Wir können darauf vertrauen, dass es eine gute Zukunft geben wird, weil wir gehalten werden", sagte Haase bei einem Podiumsgespräch mit Repräsentanten verschiedener Arbeitsbereiche der lippischen Kirche. Eine besondere Aufgabe der kirchlichen Dienste sei es, auch unter schwierigen Bedingungen zur Verfügung zu stehen, hob die Leiterin des Evangelischen Beratungszentrums in Detmold, Susanne Eerenstein hervor.

Eerenstein wie auch der lippische Ökumenepfarrer Dieter Bökemeier nannten digitale Kommunikationsmittel als wichtige Neuentdeckung für ihre Arbeit. Videoberatung eröffne „für die Zukunft große Möglichkeiten“, wenngleich man froh sei, dass nun auch wieder Präsenztermine stattfinden könnten.

Durch Videokonferenzen habe man eine große Nähe zu den Partnerkirchen in anderen Erdteilen entwickeln können, als durch die Reisebeschränkungen keine persönlichen Besuche mehr möglich waren, betonte Bökemeier. Der Gedanke der wechselseitigen Solidarität sei gewachsen, wie sich jetzt auch in Spenden aus Afrika und Asien für die Opfer der Flutkatastrophe in Westdeutschland gezeigt habe. In der Pandemie müsse Kirche trotz der eigenen Not auch an die Menschen erinnern, die sonst aus dem Blick geraten, wie etwa Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, so der für Fragen der Migration zuständige Theologe.

Der Superintendent der Klasse West der lippischen Kirche, Andreas Gronemeier, verlangte, digitale Gottesdienstformate weiter zu entwickeln. Die landeskirchliche Gottesdienstreihe „Kirche plus“ etwa habe bis zu 500 Teilnehmende gehabt. „Das Angebot werden wir ausbauen müssen“, sagte Gronemeier mit Blick auf das Andauern der Pandemie.

Der Jahresempfang von Landeskirche und Erzbistum stand unter dem Thema „Gemeinsam am Ende? - am Ende gemeinsam?“ zu den Wahrnehmungen der Corona-Pandemie in Kirche und Gesellschaft. Dazu war ein Vortrag der westfälischen Präses Annette Kurschus geplant, die ihre Teilnahme jedoch kurzfristig absagen musste.