Welthungerhilfe: Menschen in Mosambik brauchen Nahrungsmittel

Bonn (epd)

Knapp vier Wochen nach dem Zyklon Idai im südöstlichen Afrika warnt die Welthungerhilfe vor Hunger und Krankheiten in den Überschwemmungsgebieten. "Die Wassermassen überraschten die Menschen im Schlaf, so dass sie nur ihr Leben und das, was sie am Leibe trugen, retten konnten", sagte Sprecherin Kerstin Bandsom in Bonn nach ihrer Rückkehr aus Mosambik. Jetzt beginne ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Menschen vor Hunger, Cholera und Malaria zu schützen.

Allein in Mosambik hat der Zyklon den Angaben zufolge 1,8 Millionen Menschen die Existenzgrundlage genommen und die Kornkammer des Landes zerstört. Über 700.000 Hektar Ernte seien vernichtet worden, erklärte die Welthungerhilfe. Die betroffenen Familien wollten so schnell wie möglich die nächste Aussaat auf die Felder bringen und erhielten von der Welthungerhilfe Saatgut und landwirtschaftliche Geräte. "Zurzeit ist der Hunger allerdings so groß, dass die Gefahr besteht, dass die Menschen das Saatgut aufessen, statt es für die nächste Ernte im Herbst auf die Felder zu säen", sagte Bandsom. "Daher müssen sie zunächst Nahrungsmittel für den Eigenbedarf bekommen."

Zudem stünden die Helfer vor logistischen Herausforderungen, weil die Straßen für schwere Lastwagen immer noch nicht befahrbar seien, erklärte das Hilfswerk. Die Welthungerhilfe versorgt nach eigenen Angaben mit Partnerorganisationen rund 5.000 Familien im mosambikanischen Nhamatanda mit Hygiene-Paketen und Haushaltsgegenständen. Um der weiteren Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Malaria vorzubeugen, erhielten die Familien unter anderem Seife, Zahnbürsten und Wasser-Reinigungstabletten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) breitet sich die Cholera in Mosambik trotz einer großangelegten Impfkampagne weiter aus. Die Zahl der registrierten Fälle lag am Dienstag bei 3.580, in sechs Fällen verlief die schwere Durchfallerkrankung tödlich.

Durch den Sturm Idai und die folgende Überflutung Mitte März starben nach offiziellen Zahlen rund 900 Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe, davon 602 allein in Mosambik. Doch wird die Zahl weit höher geschätzt: Hunderte Leichen sollen ins Meer gespült worden sein. Allein in Mosambik wurden 240.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Derzeit leben dort 142.000 Menschen in Auffanglagern.