Stiftung Mercator fordert Freilassung von Osman Kavala

Türkischer Kulturmäzen 1.000 Tage in Haft
Essen (epd)

Die Stiftung Mecator dringt auf eine Freilassung des seit 1.000 Tagen in der Türkei inhaftierten Osman Kavala. Die Stiftung erklärte in Essen, sie sei von der Unschuld des des Verlegers und Kulturmäzens überzeugt. In Sozialen Medien forderten Künstler, Journalistinnen, Politiker, Menschenrechtsorganisationen und Stiftungen unter dem Hashtag "#FreeOsmanKavala" seine Freilassung.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte bereits im Dezember 2019 Kavalas sofortige Freilassung gefordert. Urteile des EGMR sind für die Türkei als Mitglied des Europarats bindend. Kavala wird vorgeworfen, im Jahr 2013 die Gezi-Proteste mitorganisiert zu haben. Im Februar 2019 wurde er nach mehr als zwei Jahren Untersuchungshaft zunächst freigesprochen, wenige Stunden später wegen Beteiligung am Putschversuch im Juli 2016 aber erneut festgenommen.

Mercator fördert nach eigenen Angaben seit Jahren europaweit zivilgesellschaftliche Organisationen wie die von Osman Kavala gegründete Kunst- und Kulturstiftung Anadolu Kültür. "Wo Regierungsbeziehungen von Spannungen geprägt sind, ist es umso wichtiger, zwischenmenschliche Begegnungen zu unterstützen", erklärte die Stiftung. Laut Geschäftsführer Michael Schwarz erschwert die Haft Kavalas das Engagement für Begegnung und Dialog mit der Türkei, verunsichert das Team und die Teilnehmenden der Türkeiprogramme. Die Bundesregierung müsse sich "auch im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine baldige Freilassung Osman Kavalas" einsetzen.