NRW-Integrationsminister will Einbürgerung erleichtern

Düsseldorf (epd)

Nordrhein-Westfalen will Einbürgerungen erleichtern. Nach der Initiative, die Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) in die in Berlin startende Integrationsministerkonferenz einbringen will, sollen Migranten künftig bereits nach sechs statt acht Jahren einen Anspruch auf Einbürgerung haben. Zuwanderer mit "herausgehobenen Integrationsleistungen" könnten demnach bereits nach vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, wie das Ministerium dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Bisher gilt für sie eine verkürzte Frist von sechs Jahren.

Über die Initiative hatte zunächst die Düsseldorfer "Rheinische Post" berichtet. "Eine Einbürgerung krönt erfolgreiche Integration", sagte Stamp dem epd. "Wir möchten denjenigen, die sich gut integrieren, die unsere Grundwerte akzeptieren und sich im Interesse der deutschen Gesellschaft bei uns einbringen, bessere Möglichkeiten zur Einbürgerung ermöglichen." Die Verkürzung der Aufenthaltszeit bei besonderen Integrationsleistungen solle zudem herausgehobene Integrationsbemühungen und -leistungen würdigen, erklärte der Minister. Als besondere Integrationsleistungen gelten zurzeit etwa besonders gute Deutschkenntnisse oder längeres ehrenamtliches Engagement.

Das Ministerium erklärte, eine Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts sei notwendig, um die Einbürgerung attraktiver zu machen und die Bereitschaft zu fördern, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Der Fokus liege auf der Verkürzung der Aufenthaltszeiten, der Reformierung der privilegierenden Tatbestände, die eine Verkürzung rechtfertigen, sowie auf Erleichterungen für ältere Migranten insbesondere der ersten Einwanderergeneration.