Urnen
Die Zahl der Trauerfeiern für unbedacht Verstorbene steigt weiter.
Stuttgart (epd)

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart haben Bestattungen von Menschen ohne Angehörige zugenommen. Evangelische und katholische Kirchengemeinden und die diakonische Evangelische Gesellschaft Stuttgart richten seit zwei Jahren ökumenische Trauerfeiern für die sogenannten «unbedacht» Verstorbenen aus.

Habe es anfangs jedes Jahr knapp 400 «angeordnete Bestattungen» gegeben, so seien es in diesem Jahr bis Ende Juni schon 450, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei diesen einsam Verstorbenen handele es sich um Menschen, die für ihre eigene Bestattung nicht vorsorgen konnten und die auch keine rechtlichen Angehörigen hatten, die für sie eine Beerdigung ausrichten könnten. Die Verstorbenen werden auf einem Gräberfeld auf dem Stuttgarter Dornhaldenfriedhof beigesetzt.

Um sie aus der Anonymität zu holen, begannen die Evangelische und die Katholische Kirche in Stuttgart vor zwei Jahren gemeinsam, mehrfach im Jahr eine Trauerfeier für sie abzuhalten. Dabei werden die Namen der Verstorbenen verlesen und für jede und jeden eine Kerze entzündet. Die Trauerfeier, die in der Feierhalle auf dem Waldfriedhof stattfindet, wird von Gebeten, Lesungen, Musik und einem gemeinsamen Vaterunser umrahmt.

Mit Pfarrerin Stephanie Hecke von der Evangelischen Gesellschaft und Diakon Thomas Leopold von der Katholischen Kirche in Stuttgart gestaltet künftig auch Pfarrer Thomas Mann von der Evangelischen Kirche in Stuttgart die Trauerfeiern mit. «Wie ein Mensch in unserer Gesellschaft bestattet wird, ist nicht nur Spiegel seines persönlichen Lebens, sondern auch Ausdruck des gesellschaftlichen Umgangs mit der Würde der Toten», sagte Mann.

Von Susanne Müller (epd)