NoA hilft bei unangenehmen Begegnungen

Jasmin Aboudhaq mit ihrer Erfindung.
Jasmin Aboudhaq hat die NoA-Nummer entwickelt.
Studentin entwickelt Handynummer gegen Belästigung
Freiburg (epd)

Eine Freiburger Studentin will mit einer neuen Initiative Menschen vor belästigenden Anrufen schützen. Wer nach einer unangenehmen Begegnung seine Handynummer nicht weitergeben möchte, könne die «Nummer ohne Anruf (NoA)» angeben, sagte Jasmin Aboudhaq im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die «NoA»-Telefonnummer ist unter 0157 53 024 990 erreichbar.

Wer die Nummer wählt, hört eine Ansage mit der Bitte, eine SMS zu schicken. Wer eine Nachricht per SMS oder Messengerdienst sendet, bekommt automatisch eine Antwort mit den Worten: «Hey hier ist NoA. Eine Person hat sich nicht wohlgefühlt und dir deswegen diese Nummer gegeben.» Es folgt ein Hinweis auf die Homepage noanruf.de. Dort gibt es etwa Tipps, wie ein Kennenlernen besser ablaufen kann.

Die Idee kam der 26-Jährigen, weil sie selbst schon mal bewusst eine falsche Telefonnummer an aufdringliche Verehrer herausgegeben hatte, genau wie ihre Freundinnen. Sie habe die «Nummer ohne Anruf» entwickelt, um aufzuklären und Menschen für das Thema zu sensibilisieren, erklärt Aboudhaq, die Erziehungswissenschaften im Master studiert. Die Nachfrage sei riesig. So kämen täglich bis zu 6.000 Anrufe an.

   Dabei gehe es nicht darum, jemandem Vorwürfe zu machen oder Belästigung zu unterstellen. Vielmehr sollen Personen merken, dass sie zu weit gegangen sind und bestenfalls lernen, nach den Grenzen anderer Menschen zu fragen und diese zu respektieren, erklärt die Studentin. Solch grenzüberschreitendes Verhalten sei keine Sache des «Wo», sondern könne auf Dating-Plattformen ebenso passieren wie auf einer Party, bei der Arbeit, in der Straßenbahn oder beim Einkaufen.

Wer in einer unangenehmen Situation seinen richtigen Namen nicht verraten will, könne sich auch mit dem für Frauen und Männer gebräuchlichen Vornamen «Noa» vorstellen, sagt die Studentin, die aus dem nordrhein-westfälischen Rhede stammt. Den geschlechtsneutralen Namen habe sie bewusst gewählt: Belästigung kenne kein Geschlecht, auch wenn Frauen häufiger betroffen seien.

Die meisten Menschen reagierten positiv auf die Aktion. Viele Frauen hätten sich eine solche Möglichkeit schon früher gewünscht. Interessant sei jedoch, dass vor allem Männer «NoA» für unnötig hielten und etwa mit den Worten «Wie feige ist das denn?» auf Facebook kommentierten: «Für sie ist die Telefonnummer gedacht», erklärt Aboudhaq, die auf der Homepage auf die religiösen Bezüge des Namens «Noa» verweist.

Von Christine Süß-Demuth (epd)