Verbraucherzentrale klagt gegen «Greenwashing»
Aktienkurve
Auch bei der Geldanlage ist für vielen Menschen Nachhaltigkeit wichtig. Doch die Verbraucherzentrale meint: etliche Angebote halten nicht, was sie versprechen.
Stuttgart (epd)

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht juristisch gegen die Anbieter von Finanzprodukten vor, die angeblich nachhaltig sind. Ziel sei es, «kaum nachvollziehbare Werbeslogans zur Absatzförderung wegen Irreführung gerichtlich untersagen zu lassen», schreibt die Zentrale in Stuttgart in einer verbreiteten Mitteilung. Bei Finanzprodukten sei das sogenannte Greenwashing an der Tagesordnung, kritisieren die Verbraucherschützer.

Anlass ist die Werbung eines Fonds, der behauptet, Anleger würden zu null Prozent in Kohle oder Rüstungsgüter investieren. Tatsächlich könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund sogenannter Schwellenwerte beispielsweise bis zu knapp 15 Prozent doch in der Kohleindustrie erwirtschaftet werde, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale. Außerdem basierten wichtige Daten zu einem erheblichen Teil auf Selbstauskünften von Unternehmen, die nicht überprüft werden können, betonte er.

Solange weder gesetzlich definiert sei, was «nachhaltige Geldanlagen» genau sein sollen, noch valide Daten zur Nachhaltigkeitsmessung vorlägen, könne auch eine wirksame Aufsicht Greenwashing nicht unterbinden, bedauert die Verbraucherzentrale. Sie hat nach eigenen Angaben bereits mit ersten Abmahnungen und Klagen Erfolg gehabt.

epd