Dokumentarfilmpreis 2021 für "Ich bin Greta"

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Sie steht im Mittelpunkt des preisgekrönten Films: Greta Thunberg
Baden-Baden (epd).

Die Jury des SWR Doku Festivals hat den Hauptpreis des deutschen Dokumentarfilmpreises 2021 an den schwedischen Regisseur Nathan Grossman für seinen Film „Ich bin Greta“ vergeben. Die mit 20.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Dokumentarfilm würdige, dass Grossmans Film sich zwar stark auf die Person Greta Thunberg fokussiere, aber genau in dieser Konzentriertheit zeige, „dass es um etwas sehr Großes geht - nämlich um nicht weniger als um die Zukunft der Menschheit“, teilte der Südwestrundfunk am Freitagabend in Baden-Baden mit.

Nathan Grossmann begleitete die Umweltaktivistin Greta Thunberg aus unmittelbarer Nähe von Beginn an, ohne zu wissen, wie bekannt sie einmal werden würde, heißt es in der Würdigung anlässlich der virtuellen Preisverleihung. Der Film beginne mit dem sichtbaren Schulstreik der damals 15-Jährigen vor dem schwedischen Parlament und lasse die Zuschauenden Gretas Weg aus ihrer persönlichen Sicht erleben.

Erstmals verliehen wurde beim SWR Doku Festival der „Ehrenpreis für das Lebenswerk“, eine Glasskulptur. Diese geht an Georg Stefan Troller. „Der heute 99-Jährige schuf beinahe ein Jahrhundert lang großartige Werke für Print, TV und Radio und hat das deutsche Fernsehen bedeutend mitgeprägt“, heißt es in der Begründung der Jury. Trollers Erzählweise sei zum Vorbild für viele Journalistinnen und Journalisten geworden. In der Antwort auf die Laudatio sagt Troller, dieser Preis für seine über 150 Filme ersetze ihm auch die rund 30 Auszeichnungen, die Reinigungskräfte „entsorgt“ hatten, als er in den Ruhestand ging und sie in einem Karton in seinem ehemaligen Büro kurz zwischenlagerte. Die Auszeichnung sei die Würdigung, die er sich als gebürtiger Österreicher, der vor den Nazis fliehen musste, in Deutschland immer gewünscht habe.

Den mit 5.000 Euro dotierten Preis für Kunst und Kultur erhält Alison Kuhn für „The Case you“ für die Geschichte von fünf Schauspielerinnen, die systematische sexuelle und gewaltsame Übergriffe in der Filmbranche erlebten. Den Musikpreis mit ebenfalls 5.000 Euro erhält Wiebke Pöpel für ihren Film „Helmut Lachenmann - My Way“, der „die Art zu Hören lehrt, die Helmut Lachenmanns Musik erschließt“. „Was tun“ von Michael Kranz erhält sowohl den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms als auch den neuen Publikumspreis der Landesschau in gleiche Höhe. Kranz hat sich auf die Suche nach einer jungen Frau in Bangladesch gemacht, die Michael Glawogger sieben Jahre vorher als 15-jährige Zwangsprostituierte porträtiert hatte.

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