ZKM zeigt Medien-Kunstwerke als lebende Systeme

«Interactive Plant Growing» (1992)
«Interactive Plant Growing»
Karlsruhe (epd)

Sie gelten als Pioniere der Medienkunst: Die Ausstellung «The Artwork as a Living System» im Karlsruher Medienkunstmuseum ZKM gibt erstmals in Deutschland einen Überblick über das Werk der international bekannten Künstler Christa Sommerer und Laurent Mignonneau. Das österreichisch-französische Künstlerduo beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren mit der Interaktion von Menschen mit virtuellen Bildwelten. Die Werke sind von Samstag an bis 31. Juli in Karlsruhe zu sehen.

Die Schau zeige «ein bisher ungesehenes Panorama der Fantasie und technischer Ingeniosität», sagte Peter Weibel, künstlerischer Vorstand des ZKM, am Donnerstag vor Journalisten in Karlsruhe. Die Arbeiten seien «technologisch einfallsreich, wissenschaftlich lehrreich und künstlerisch erfindungsreich».

Als «Superstars der Medienkunst» habe das Paar als eine der ersten Algorithmen in der Kunst eingesetzt, um Formen des Lebendigen, der Evolution und des Wachstums darzustellen, so Weibel. Ihre selbst designten technischen Geräte seien zu Klassikern der digitalen Kunst geworden.

Gezeigt werden 14 teils großformatige Installationen aus künstlichen Systemen. Dabei können Besucher das Wachstum von Pflanzen oder die Verhaltensweisen kleinster computergenerierter Wesen wie Fliegen und Käfer und deren Einbettung in komplexe Ökosysteme erkunden und interaktiv beeinflussen.

In der Sammlung des ZKM befinden sich zentrale Arbeiten des Künstlerpaares wie «Interactive Plant Growing» (1992), «A-Volve» (1994), «Life Writer» (2006) und «Portrait on the Fly» (2016). Zur Ausstellung ist eine wissenschaftliche Publikation geplant, die im August 2022 auf Englisch erscheinen soll.

Von Christine Süß-Demuth (epd)