Umweltexperte fordert Entscheidung für nachhaltigeres Wirtschaften

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Hans Diefenbacher
Heidelberg (epd)

Die öffentliche Diskussion um eine global resilienter und nachhaltiger gestaltete Wirtschaft und Gesellschaft ist nach Auffassung des Heidelberger Wirtschaftswissenschaftlers Professor Hans Diefenbacher dringend nötig. Der Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Umweltfragen sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage, die Nach-Corona-Zeit müsse "ein menschenwürdiges Leben für alle" gewährleisten.

In einer "neuen Normalität" müsse das Gesundheitswesen einen weit höheren Stellenwert einnehmen als bisher, sagte Diefenbacher. Außerdem sei "ein bewusster Rückbau der Globalisierung durch den Erhalt und Wiederaufbau nationaler und regionaler Produktkapazitäten" notwendig und "ein konsequenter ökologischer Umbau der Wirtschaft". An diesen Zielen müssten auch die milliardenschweren Rettungspakete gemessen werden. Geld sollte nur fließen in Maßnahmen, die soziale und ökologische Folgekosten einbeziehen und die Notwendigkeiten von Klima- und Umweltschutz verbinden mit einem zukunftsfähigen Wirtschafts- und Konsumstil.

Impulse für die Diskussion hat Diefenbacher gemeinsam mit drei weiteren Autoren in einem Papier "für einen nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft beim Neustart nach dem Lockdown" zusammengefasst. Beteiligt sind Ruth Gütter, Referentin für Fragen der Nachhaltigkeit im Kirchenamt der EKD, sowie Oliver Foltin und Volker Teichert von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg.

Die vier Autoren hoffen für die Zukunft auf eine höhere Sensibilisierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für drohende Gefahren. Es helfe nur "ein konsequentes verantwortliches Handeln". Wer zu spät handle, nehme die große Krise in Kauf. Das Papier wurde vom Umweltbundesamt bereits in einen internationalen Blog aufgenommen.