Südwest-Bischöfe bestürzt über Terror in Sri Lanka

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Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh
Osterpredigten ermutigen zu Einsatz für die Gesellschaft
Karlsruhe/Schopfloch (epd)

Bestürzt haben die Kirchen in Baden-Württemberg auf den Terror in Sri Lanka reagiert. "Die Anschläge zeigen dramatisch, wie nötig die Osterbotschaft für die Welt ist", teilte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, auf der Internetseite seiner Kirche mit. Man bete für die Toten, Verletzten und Angehörigen, schrieb July. Bei den Explosionen am Ostersonntag in Kirchen und Hotels sind Polizeiangaben zufolge annähernd 300 Menschen getötet und rund 500 verletzt worden.

Der Bischof der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, zeigte sich ebenfalls erschüttert. "Unschuldige Menschen am höchsten Festtag der Christenheit beim Gottesdienst in der Kirche zu töten, ist eiskalt, zynisch und hinterhältig", schrieb Fürst auf Twitter. Ähnlich äußerten sich Vertreter der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Baden.

In ihren Osterpredigten machten die Bischöfe Mut zum Einsatz für die Gesellschaft. Mit der Auferstehung von Jesus Christus von den Toten kommt nach Überzeugung des badischen evangelischen Landesbischofs Jochen Cornelius-Bundschuh eine neue Wirklichkeit ins Leben. Diese neue Wirklichkeit mache aufmerksam für die Not anderer Menschen, gebe Mut, sich nicht den Drohungen der Mächtigen zu beugen, und mische sich ein, wenn das Leben gefährdet sei, erklärte Cornelius-Bundschuh.

Der Landesbischof warb in seiner Predigt für Besuche bei trauernden Menschen. Die Trauernden warteten und sollten nicht nur von speziellen Besuchsdiensten begleitet werden. Das sollten auch Verwandte und Nachbarn tun, denn das gehöre zum "Priestertum aller Getauften". Auch Konfirmanden könnten Trauernde besuchen und "kleine Schritte der Auferstehung gehen", sagte Cornelius-Bundschuh.

Der Bischof der Erzdiözese Freiburg, Stephan Burger, sagte im Freiburger Münster, Ostern eröffne eine neue Perspektive für die ganze Schöpfung: "Nicht Untergang, nicht Vernichtung, sondern Zukunft und Leben, erlöstes Leben, von Schuld, Schmerzen, Leid und Tod befreit." Das Eintreten für Menschen könne auch junge Leute begeistern, was zum Beispiel das derzeitige Phänomen der Schülerproteste zeige, hob der Erzbischof hervor.

Bischof Gebhard Fürst sieht in Ostern eine aktivierende Kraft. Menschen, die aus dem österlichen Geist lebten, speisten Hungernde und weckten Hoffnungen bei Trauernden, sagte Fürst in Stuttgart. Außerdem entwickelten sie Mut, die Stimme zu erheben gegen die Mächte der Angst und des Todes, die leider vielfältig unterwegs seien.

Landesbischof Frank Otfried July hält die Auferweckung von Jesus Christus für ein Zeichen göttlicher Zuwendung. "Die Menschen und die Welt bleiben nicht sich selbst überlassen", sagte July in seinen Predigten in Schopfloch und Unteriflingen (Kreis Freudenstadt). "Eigentlich müssten all die Gewaltherrscher, die grausamen Sadisten, die Verräter, die Friedlosen dieser Welt Gott auf Schadenersatz verklagen", sagte der Bischof. Denn das Osterevangelium sei für sie alle "geschäftsschädigend". Österliche Menschen könnten in Barmherzigkeit, Frieden, Nächstenliebe und gesellschaftlichem Engagement etwas vom Osterlicht aufleuchten lassen, unterstrich July.