Besucher eine EMS-Mitgliedskirche
Die EMS-Mietgliedskirchen bieten weltweit Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von einander zu lernen.
Evangelische Mission in Solidarität legt Jubiläumsbuch vor
Stuttgart/Karlsruhe (epd)

Mit einem Gottesdienst in der Stuttgarter Matthäuskirche und einem Empfang im Stuttgarter Hospitalhof feiert die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) am 16. September ihre Gründung vor 50 Jahren. Im Jahr 1972 als «Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland» gegründet von fünf Landeskirchen, fünf Missionsgesellschaften und der Brüder-Unität, hatte sich das EMS das «Empfangen und Weitergeben» auf die Fahnen geschrieben.

Mission sollte keine Geste des nur Gebens sein. Seit 2012 heißt die Organisation «Evangelische Mission in Solidarität» und hat die Vision von damals in einer internationalen Missionsgemeinschaft mit 28 gleichberechtigten Mitgliedskirchen und -organisationen in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Europa umgesetzt.

Im Jubiläumsbuch unter dem Titel «Frei für die Zukunft» zeichnet die EMS gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern zum einen den Weg nach, der zu dieser vom Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, Ioan Sauca, gelobten «wahrhaft konziliaren, postkolonialen, ökumenischen christlichen Gemeinschaft» geführt hat.

Zum anderen wagt das Buch einen Blick in die Zukunft und stellt die geplanten Schwerpunkte vor. «Die EMS ist keine finanzielle, sondern eine spirituelle Gemeinschaft», schreibt Klaus Rieth, der Vorsitzende des EMS-Missionsrats.

Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Vernetzung weltweit. Es gibt das Jugendnetzwerk des EMS, in dem gegenseitiges Interesse aneinander, Herzlichkeit und Spontaneität gepflegt werden. Treffen führen eine übersichtliche Zahl an jungen Menschen aus möglichst vielen Ländern und Kirchen zusammen.

Zudem gibt es das EMS-Kinderprogramm «you + me», über das sich Kinder miteinander austauschen können und voneinander lernen. So haben Kinder aus aller Welt im vergangenen Jahr ein Arbeitsheft gefüllt mit ihren Gedanken zum Frieden. «Frieden bedeutet, einander zu helfen und zu lieben», schreibt darin Woo Hyeong aus Südkorea. Und Ernest aus Ghana hat schlicht den Wunsch: «Frieden ist für mich, wenn es um mich herum ruhig ist und mich niemand stört, wenn ich schlafe.»

   C. Fernandas Rathina Raja, Generalsekretär der Kirche von Südindien, stellt dazu fest, dass es wichtig sei, gemeinsam von einer besseren Welt zu träumen. Es brauche gleichzeitig aber auch mehr gemeinsame Aktionen von Kirchen, Regierungen und Organisationen, um ein besseres Leben für Kinder zu gewährleisten, betont er. Damit ist ein Wesenskern der EMS getroffen: Das Wissen voneinander soll zur Empathie, mitfühlendem Verständnis, führen. Und aus der Empathie sollen Taten werden.

Auch von solchen Taten berichtet das Jubiläumsbuch. Etwa vom Programm der EMS, Frauen zu stärken, indem sie ihnen die Möglichkeit zur Kleintierzucht geben. Aus Ghana beispielsweise berichtet Maria Chirapaari, eine 43-jährige Witwe und Mutter von sieben Kindern, dass sie mit der Milch ihrer Ziegen jetzt zusätzlich so viel verdiene, dass die Familie ernährt werden könne und ihre zwei älteren Mädchen zur Schule gehen können.

 Ein Kapitel, das noch offene Aufgaben aufzeigt, hat das Thema Frieden im geteilten Korea. Seit 1988 schon gibt es ein Papier des Nationalrats der Kirchen in Korea zum Thema Frieden und nationale Wiedervereinigung. Seit dem vergangenen Jahr gibt es den «Korea Friedensaufruf», an dem sich mittlerweile über 400 religiöse und zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligen. Die koreanischen Kirchen schreiben: «Die anhaltende Solidarität seitens der EMS hat uns Kraft gegeben». Sie hoffen «dass die EMS-Familie uns begleiten wird auf unserer gemeinsamen Reise in Richtung Frieden, Versöhnung und Einheit».

Die Mitglieder der EMS unterstreichen, dass sie es auch künftig «ernst meinen mit der Verpflichtung zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung» und erinnern am Schluss des Buches an den württembergischen Diakoniepionier Gustav Werner (1809-1887), der sagte: «Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert.»

Von Susanne Müller (epd)