An Grundschulen noch drei von vier Kindern im "Reli"-Unterricht

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Drei von vier Schülern besuchen den Religionsunterricht.
Stuttgart (epd)

Deutlich weniger Schülerinnen und Schüler als noch vor zehn Jahren besuchen heute den evangelischen oder katholischen Religionsunterricht. Dies geht aus der Schulstatistik des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hervor, wie das Kultusministerium auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mitteilte. Nahmen im Schuljahr 2009/2010 noch 73,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler am Religionsunterricht teil, so waren es 2019/2020 nur noch genau 64 Prozent. Im Schuljahr davor waren es 64,6 Prozent. Am höchsten ist die Quote der Kinder im Religionsunterricht in den Grundschulen, obwohl sie auch dort in den vergangenen zehn Jahren von 84 auf 76,3 Prozent gesunken ist.

Die Gymnasien, die vor zehn Jahren mit 82,3 Prozent auf Platz drei lagen, sind jetzt mit 71,8 Prozent Quote auf Platz zwei vorgerückt. Die Realschulen, im Schuljahr 2009/2010 auf Platz zwei mit 82,6 Prozent, liegen jetzt mit 66,1 Prozent auf dem dritten Platz. Die Gesamtschulen, die es vor zehn Jahren noch nicht gab, haben eine Quote von 60 Prozent. Schlusslicht waren und sind die Beruflichen Schulen, an denen vor zehn Jahren 51,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Religionsunterricht teilnahmen und jetzt noch 46,5 Prozent.

Insgesamt haben im Schuljahr 2019/2020 etwa 851.500 Schülerinnen und Schüler am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen teilgenommen, teilte das Ministerium mit. Mitgezählt würden auch diejenigen Kinder und Jugendlichen, die diesen Unterricht besuchen, obwohl sie keine oder eine andere Konfessionszugehörigkeit haben. Die württembergische Landeskirche nennt einen Anteil von etwa 27 Prozent solcher Kinder und Jugendlichen im Religionsunterricht.

Die Daten werden im Rahmen der amtlichen Schulstatistik erhoben und von den Kirchen in eigener Regie ausgewertet, erläuterte ein Sprecher des Kultusministeriums. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg rund 1,33 Millionen Schülerinnen und Schüler, vor zehn Jahren waren es rund 1,5 Millionen.

In Baden-Württemberg stehen derzeit rund 23.650 Lehrkräfte für evangelischen und katholischen Religionsunterricht zur Verfügung. Das sind rund 1.200 mehr als vor zehn Jahren. Die höchste Zahl in der letzten Dekade lag jedoch im Schuljahr 2015/16 mit etwas über 24.700 für den Religionsunterricht zugelassenen Lehrkräften. Die Daten hat das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg ermittelt.

Ob die derzeitige Corona-Pandemie eine Auswirkung auf die Teilnahe am Religionsunterricht hat, sieht das Kultusministerium noch nicht. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um diesbezüglich Rückschlüsse aus den statistischen Daten ableiten zu können", teilte der Ministeriumssprecher mit.