Bischöfin: Starke Kirchen strahlen Hoffnung aus

Landesbischöfin Heike Springhart
Die badische Bischöfin Heike Springhart hat ein Buch veröffentlicht.
Ein Plädoyer für Hoffnungssturheit und Glaubensheiterkeit
Karlsruhe (epd)

Es ist ihr Motto als Landesbischöfin von Baden: Als «hoffnungsstur und glaubensheiter» bezeichnet sich die badische Landesbischöfin Heike Springhart immer wieder - erstmals im Advent 2021 bei ihrer Vorstellungspredigt als Bischofskandidatin. Jetzt hat die evangelische Theologin dazu das Buch «Hoffnungsstur und glaubensheiter. Warum wir starke Kirchen brauchen» im J.S. Klotz Verlag (Neulingen im Enzkreis) veröffentlicht.

«Hoffnungssturheit» brauche es mehr denn je, schreibt sie darin und definiert dies als eine Mischung aus «Trotz und Beharrlichkeit» sowie Energie, die nötig sei, um an der Hoffnung festzuhalten. Ihr Buch soll zudem auch ein Plädoyer für Glaubensheiterkeit sein: «Glaubensheiterkeit weiß darum, dass alles auch ganz anders sein kann, als es scheint.» Im Schmunzeln über Gott und die Welt komme so die «Leichtigkeit der Weisheit» und der «Blick für das Absurde» zum Strahlen.

Mit Anstößen und Gedanken will Springhart Christen Mut machen, gelassen und engagiert in die Zukunft zu gehen. Dazu hat sie 15 Thesen zu Themen wie Glauben, Hoffnung, Verletzlichkeit, Heilige Räume und gastliche Kirche, zusammengefasst. «Hoffnungssturheit und Glaubensheiterkeit gehören nicht nur hinter die Mauern der Gemeindehäuser und hinter die Portale der Kirchen. Sie gehören in die Öffentlichkeit», ist die habilitierte Theologin überzeugt.

In dem Band plädiert sie dafür, die Kirchen weiterzuentwickeln. Gerade wenn die Kraft klein und der Frieden brüchig werde, seien Orte und Freiräume wie die Kirchen nötig, um zu sehen, dass es noch anderes gibt, schreibt Springhart. Kirchen seien stark, «wenn sie die Hoffnung ausstrahlen, von der sie reden».

In ihrem Buch sind auch Beiträge der EKD-Ratsvorsitzenden Annette Kurschus und dem Hoffnungstheologen Jürgen Moltmann enthalten, der 1964 seine Thesen zur «Theologie der Hoffnung» veröffentlichte. In seinem Beitrag beschreibt Moltmann die Hoffnung als eine Kraft zum Leben, Mut zur Zukunft und Geduld im Leiden. Die Auferstehungshoffnung stellt er den Ängsten vor Umweltkatastrophen gegenüber.

Die Menschen seien die abhängigsten Geschöpfe. Sie könnten nicht ohne Atmosphäre, Biosphäre und andere Lebewesen existieren. «Also müssen wir uns in die Lebensgemeinschaft der Erde integrieren, wenn wir überleben wollen», so Moltmann. Die Hoffnung mache Mut, dies umzusetzen. Dazu gehörten etwa ein ökologischer Umbau der Industriegesellschaft, ein bescheidener Lebensstil und weniger Fleischkonsum.

Von Christine Süß-Demuth (epd)