In Thüringen 2019 bereits 24 Waldbrände

Erfurt (epd)

In Thüringen sind im ersten Halbjahr 2019 bei insgesamt 24 Bränden knapp 20 Hektar Wald verbrannt. Dies entspreche der Fläche von etwa 24 Fußballfeldern und bedeute einen traurigen Rekord, erklärte die Landesforstanstalt ThüringenForst am Mittwoch in Erfurt. Noch nie seit der Wiedervereinigung hätten Thüringens Wälder auf so großer Fläche gebrannt.

Dabei seien im ersten Halbjahr des Hitzesommers 2003 mit 37 Stück sogar deutlich mehr Brände gezählt worden als in diesem Jahr, hieß es weiter. Allerdings hätten sich die Brände damals lediglich über eine halb so große Fläche erstreckt. Hauptgrund war demnach, dass es in diesem Jahr an der Bleiloch-Talsperre und in Plaue bereits zwei Großbrände gab, die alleine 16 Hektar Wald vernichteten.

Allein 15 Waldbrände wurden den Angaben zufolge im April registriert. Dagegen sei der kühle und regenreiche Mai mit nur zwei Bränden "relativ entspannt" gewesen, sagte ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken. Neben der hohen Gesamtzahl im ersten Halbjahr sei jedoch auch auffällig, dass der erste Waldbrand bereits im Februar aufgetreten sei und damit vor Beginn der Überwachungssaison, die von März bis Oktober dauere.

Im langjährigen Mittel kommt es den Angaben zufolge in den Monaten April und August besonders häufig zu Waldbränden. Seit 1993 seien mehr als 300 der insgesamt 700 Waldbrände im Freistaat auf diese beiden Monate entfallen. Jedoch würden auch Mai und Juli als Risikomonate eingestuft. Aufgrund der Klimaprojektionen sei zu erwarten, dass sich die Waldbrandgefahr in Thüringen "kurz- bis mittelfristig weiter erhöhen" werde, erklärte die Behörde.