Nabu fordert Pause beim Autobahnneubau

Berlin (epd).

Dreiviertel der Bundesbürger sind laut einer Umfrage des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) überzeugt, dass es genug Straßen in Deutschland gibt. Demnach sprechen sich 93 Prozent der Befragten dafür aus, dass eine zukünftige Bundesregierung den Schwerpunkt eher auf die Instandhaltung bestehender Autobahnen anstelle des Neubaus zusätzlicher Strecken legen sollte, teilte der Nabu am Dienstag in Berlin mit. Der Umweltverband verwies dabei auf eine von ihm in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar.

Demnach würden 41 Prozent der Befragen es begrüßen, wenn der Neubau von Autobahnen generell gestoppt wird. 15 Prozent sprachen sich dagegen aus, wie es weiter hieß. Besonders hohe Zustimmungswerte von jeweils rund 80 Prozent hätten Aussagen erzielt, die einen Verzicht auf den weiteren Ausbau des Straßennetzes in Aussicht stellen, wenn dadurch das Klima und die Artenvielfalt geschützt sowie der Flächenverbrauch gestoppt werden könne.

Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagte: „Der Bau immer neuer Straßen befeuert die Klima- und Artenkrise.“ Der Umweltverband fordert deshalb eine Pause beim Autobahnneubau. Stattdessen müsse in klimafreundliche Verkehrswege investiert werden.

„Wer in knapp 30 Jahren in Deutschland und Europa vollständig klimaneutral unterwegs sein möchte, muss heute den Grundstein legen“, sagte Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik des Nabu. Bislang fehle weiterhin ein sinnvolles Konzept für ein Verkehrswegenetz, das alle Verkehrsträger bestmöglich miteinander verzahnt und umweltfreundlichen Optionen den Vorrang einräumt.