Umfrage: Gewalt gegen Lehrkräfte in Sachsen nimmt zu

Radebeul/Dresden (epd)

Sächsische Lehrerinnen und Lehrer sind einer Umfrage zufolge zunehmend von Gewalt betroffen. In den vergangenen drei Jahren seien an den Schulen im Freistaat verschiedene Formen der Gewalt aufgetreten, erklärte der Sächsische Lehrerverband am Donnerstag in Radebeul bei Dresden. Betroffen seien auch Schulleitungen sowie das weitere Schulpersonal. Am häufigsten handelte es sich um psychische Gewalt und Mobbing über das Internet. Es kam laut Lehrerverband aber auch zu körperlichen Angriffen.

Allein im Zusammenhang mit Corona-Schutzmaßnahmen berichteten 41 Prozent der Befragten von psychischer Gewalt, 28 Prozent von Mobbing über das Internet und von zehn Fällen von körperlicher Gewalt. Der Sächsische Lehrerverband hatte vom 16. bis 19. April eine Mitgliederbefragung zum Thema Gewalt gegen Lehrkräfte realisiert. Daran beteiligten sich dem Verband zufolge 1.052 Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten aus allen Regionen des Freistaates. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass es an ihrer Schule in den vergangenen drei Jahren psychische Gewalt gegen Schulpersonal gegeben habe.

Am häufigsten wurden Vorfälle von Förderschullehrkräften (82 Prozent) genannt, am wenigsten von Gymnasiallehrern, aber selbst dort waren es noch 46 Prozent. 24 Prozent der Befragten haben an ihrer Schule körperliche Gewalt erlebt, zum Beispiel durch Schlagen, Stoßen oder geworfene Gegenstände. Auffällig sind laut Verband die hohen Zahlen von körperlicher Gewalt durch Grundschüler und Grundschülerinnen (30 Prozent) und die vergleichsweise niedrige an den weiterführenden Schulen.