Diakoniechefin Eschen fordert mehr Geld für Schuldnerberatung

Berlin (epd).

Die Berliner Diakoniechefin Barbara Eschen hat Länder und Kommunen aufgefordert, die Schuldnerberatungsstellen in Berlin und Brandenburg finanziell abzusichern. An der Schuldnerberatung zu sparen führe dazu, dass langfristig draufgezahlt werde, erklärte die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstag in Berlin. Anlass war die aktuelle bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung, die noch bis Freitag läuft.

Wie keine Krise zuvor habe die Corona-Pandemie deutlich gemacht, wie wenig Überschuldung oft mit persönlichem Fehlverhalten zu tun habe, betonte Eschen. Seit Monaten müssten Menschen in der Region Einkommenseinbußen durch Entlassung, Kurzarbeit und Wegfall von Zuverdienstmöglichkeiten verkraften. Zusätzlich werde eine weitere Insolvenzwelle bei Unternehmen ab dem zweiten Halbjahr 2021 erwartet. Damit würden voraussichtlich noch mehr Menschen ihren Job verlieren.

Die Schuldnerberatungen gingen davon aus, dass die Nachfrage nach Beratung dann noch einmal stärker ansteigen werde, betonte Eschen. Es bestehe die Gefahr, dass die bereits jetzt schon oftmals überlasteten Stellen endgültig an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

„In dieser Situation ist es besonders wichtig, das seriöse Angebot der Schuldnerberatung der Wohlfahrtsverbände zu sichern und zu stärken“, betonte Eschen: „Schuldnerberatung reduziert den oft massiven Stress von Überschuldeten und hilft, die Verhältnisse zu ordnen und Arbeitsplätze und Wohnraum zu erhalten.“ Die Folgekosten von Arbeits- und Wohnungslosigkeit seien viel höher.