Barmer will mehr Videosprechstunden in Sachsen-Anhalt

Magdeburg (epd).

Einen zügigeren Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen hat die Barmer in Sachsen-Anhalt angemahnt. Die Corona-Pandemie habe vor Augen geführt, dass Patientinnen und Patienten telemedizinische Anwendungen nutzten, wenn sie denn angeboten werden, sagte der Landesgeschäftsführer der Krankenkasse, Axel Wiedemann, am Donnerstag in Magdeburg. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 sei die Zahl der von Ärztinnen und Ärzten abgerechneten Videosprechstunden in Sachsen-Anhalt auf rund 19.000 angestiegen.

Die Telemedizin könne ein Schlüssel dafür sein, die medizinische Versorgung auf dem Land zu erhalten und sogar zu verbessern. Ihre Angebote sollen die klassische ärztliche Versorgung wie beispielsweise eine körperliche Begutachtung nicht ersetzen, diese jedoch ergänzen, erklärte Wiedemann. Den Menschen könnten so einige Wege in Arztpraxen erspart werden. Fragen zu Medikamenten ließen sich gut mit dem Tablet von Zuhause aus klären, fügte er hinzu.

Insbesondere für den ländlichen Raum müsse es in Zukunft telemedizinische Verbünde niedergelassener Ärztinnen und Ärzte geben. So könnten diese von ihrem Praxissitz aus gleichzeitig die Versorgung von Menschen gewährleisten, die fernab der Arztpraxis leben. Hinzu kommen aus Sicht der Barmer andere Akteure der Gesundheitsversorgung, die sich in diese Netzwerke einbringen können, zum Beispiel Apotheken oder Physiotherapeuten. Eine gemeinsame Termin- und Servicekoordination könnte die Leistungserbringer von organisatorischen Aufwänden entlasten und als digitale „Service-Desks“ in der Region dienen.