Nora Schmid kehrt an Dresdner Semperoper als Intendantin zurück

Dresden, Graz (epd).

Die Intendantin der Oper Graz, Nora Schmid (42), wird von 2024 an die Semperoper Dresden leiten. Das sächsische Kabinett stimmte am Dienstag in Dresden der Personalie zu. Der Vertrag mit Schmid läuft bis 2030.

„Ihre Motivation zur künstlerischen Exzellenz, ihre Begeisterung für die Oper als gesellschaftlich relevanten Ort sowie ihre kommunikative Stärke und ihr zeitgemäßer Führungsanspruch machen sie zu einer profilierten, überzeugenden und gefragten Intendantin“, sagte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) bei der Vorstellung von Schmid in Dresden. Sie sei eine Intendantin einer neuen Generation. Schmid ist zudem erst die zweite Frau an der Spitze der Dresdner Oper.

Die gebürtige Schweizerin folgt auf Peter Theiler (65), der das renommierte Musiktheater zum Ende der Spielzeit 2023/2024 verlässt. Sein Vertrag war nur noch bis 2024 verlängert worden. Auch der Vertrag mit dem derzeitigen Chefdirigenten der Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann (62), läuft dann aus. Über seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Die sächsische Landesregierung hatte erst vor ein paar Wochen die beabsichtigten Auflösungen der beiden Verträge bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe, wird laut Klepsch bis 2028 fortgesetzt.

In Dresden ist Schmid keine Unbekannte: 2012 gehörte sie nach dem Tod der damaligen Intendantin Ulrike Hessler (1955-2012) zur geschäftsführenden Interimsleitung der Semperoper Dresden. Zuvor war sie persönliche Referentin von Hessler und seit der Spielzeit 2010/2011 Dramaturgin an der Semperoper. Seit 2015 ist Schmid Intendantin der Oper Graz. Ihr Vertrag läuft dort 2023 aus.

Sie wolle das Publikum „mit Neuem, Vergessenem, selten Gespieltem“ konfrontieren, sich nicht vor Bekanntem und Populärem scheuen und auch die Tradition der Stadt und des Hauses bewahren, sagte Schmid. Sie strebe ein Profil an, „das die unterschiedlichsten Menschen vor Ort anspricht und Opernfans aus aller Welt fasziniert“. Im Zentrum ihrer Arbeit stehe „immer die Musik - und auch das Miteinander all derer, die Tag für Tag dazu beitragen, die Semperoper zum Klingen und Strahlen zu bringen“, betonte sie.

Die Schweizerin studierte in ihrer Heimatstadt Bern sowie in Rom Musikwissenschaft und Betriebswissenschaft. Zudem absolvierte sie eine Gesangsausbildung und sammelte am Stadttheater in Bern Bühnenerfahrung. Berufliche Stationen führten sie unter anderem nach Basel, Berlin und Wien.

Schmid, die sich selbst als Teamplayerin bezeichnet, hat die Grazer Oper erfolgreich umgebaut und modernisiert. Auch die Semperoper soll nach dem Willen der Landesregierung einen neuen Kurs einschlagen. Das sächsische Kulturministerium hat dazu das Motto „Semper 2030“ ausgerufen.