Drei Bistümer bitten Missbrauchsopfer um Mitarbeit

Dresden/Berlin (epd)

Die Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz verlängern die Ausschreibungsfrist für einen gemeinsamen Beirat für Opfer sexueller Gewalt. Bisher liegen noch zu wenige Meldungen vor, um eine Besetzung des geplanten Gremiums zu ermöglichen, teilte das Bistum Dresden-Meißen am Donnerstag mit. Gesucht werden Menschen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben und bereit sind, sich in einem solchen Beirat ehrenamtlich zu engagieren. Die Ausschreibungsfrist wäre am 1. Mai abgelaufen. Sie wurde bis Ende Juni verlängert.

Zusammen mit der Katholischen Militärseelsorge hatten die drei Bistümer im Februar Missbrauchsopfer um Mitarbeit gebeten. Grundlage dafür ist unter anderem die "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch". Darin wird die Beteiligung Betroffener sichergestellt. Die Erklärung wurde zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs 2020 vereinbart.

Über die Auswahl der maximal acht Beiratsmitglieder entscheidet ein Gremium, dem vier Personen aus dem kirchlichen Dienst sowie vier unabhängige Expertinnen und Experten und eine Betroffene angehörten. Die Berufung erfolge für drei Jahre. In einem weiteren Schritt soll eine Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eingerichtet werden.