WWF: illegale Hai- und Rochen-Fänge im Mittelmeer

Hamburg (epd)

Geschützte und gefährdete Hai- und Rochenarten werden nach wie vor regelmäßig illegal im Mittelmeer gefangen. Das belegt eine aktuelle Analyse des WWF, die am 13. Juli in Hamburg veröffentlicht wurde. Die Artenschützer kritisieren, dass europäische Gesetze zum nachhaltigen Management der Fischerei von den EU-Mitgliedsstaaten und anderer Mittelmeer-Anrainer nicht eingehalten werden. "Mehr als die Hälfte der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bereits gefährdet, einige könnten in naher Zukunft sogar aussterben", hieß es. Der WWF fordert eine umfassende Verbesserung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit im Rahmen der EU-Fischereikontrollverordnung.

Zahlreiche Fotos und Videos zeigten verbotene Fänge vom Aussterben bedrohter Weißer Haie, Makohaie, Riesenhaie, Engelshaie oder gefährdeter Teufelsrochen. Mitverantwortlich für die Fischerei auf Haie und Rochen sei der Etikettenschwindel bei Fischprodukten, hieß es. Der WWF warnte Mittelmeer-Urlaubende, dass Verbraucher, die zum Beispiel Schwertfisch essen, oft unbewusst zu illegal vermarktetem Haifischfleisch greifen.

Über 80 Hai- und Rochenarten leben dem WWF zufolge im Mittelmeer. Während weltweit etwa ein Viertel der Hai- und Rochenarten bedroht sind, seien es im Mittelmeer knapp über 50 Prozent. Zu den meistbedrohten Arten gehören Mako-, Blau-, Herings- und Hammerhai sowie alle drei Engelhaiarten und der Weiße Hai. Von den Rochenarten sind Schmetterlings-, Glatt- und Sägerochen am stärksten gefährdet.