"Vogel des Jahres 2021" wird erstmals öffentlich gewählt

Hamburg (epd)

Die Bevölkerung in Deutschland kann den "Vogel des Jahres 2021" erstmals selbst wählen. Anlass dafür ist das 50. Jubiläum der Aktion "Vogel des Jahres", wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Hamburg mitteilte. Bis zum 15. Dezember kann jeder unter www.vogeldesjahres.de seinen Lieblingsvogel aus insgesamt 307 Vogelarten nominieren. Die Top-Ten-Kandidaten gehen ab 18. Januar ins finale Rennen um den Titel. Auch an dieser Abstimmung kann sich jeder beteiligen. Am 19. März 2021 will der Nabu den ersten öffentlich gewählten "Vogel des Jahres" verkünden. 1971 war der "Vogel des Jahres" in Deutschland erstmals von Nabu-Experten gekürt worden.

"Ich würde mich freuen, wenn der Mauersegler zum neuen Vogel des Jahres gewählt wird", sagte Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim Nabu-Landesverband Hamburg. "Er ist ein typischer Stadtbewohner, dessen Rufe im Sommer mitten in Hamburg zu hören sind. Leider ist diese Art aber durch viele Sanierungsvorhaben in Wohnungsnot geraten, sie droht aus unserer Stadt zu verschwinden." Als "Vogel des Jahres 2021" könne der Mauersegler auf den zunehmenden Verlust des Lebensraums der Gebäudebrüter aufmerksam machen.

Doch nicht nur bei Gebäudebrütern gibt es laut Nabu einen negativen Entwicklungstrend. Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der "Roten Liste gefährdeter Arten", weitere sieben Prozent auf der Vorwarnliste. Besorgniserregend sei vor allem die Situation von Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche sowie vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft, hieß es. Deutschland verzeichne seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent. Mehr als zehn Millionen Vogelbrutpaare seien damit bereits von den Wiesen und Feldern Deutschlands verschwunden.

"Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran", sagte Marco Sommerfeld zu den Gründen dieser Entwicklung. "Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern lassen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den riesigen leergeräumten Monokultur-Landschaften finden sie keine Nahrung mehr, selbst Feld- und Wegränder werden immer kleiner." Um die Feldvögel zu retten, werde dringend eine andere Form der Landwirtschaft benötigt.