Umweltinstitut fordert biologisch abbaubare Masken

Hamburg (epd)

Das Hamburger Umweltinstitut fordert, dass gebrauchte Corona-Masken in biologische Kreisläufe zurückgehen müssten. Statt ein neues Abfallproblem zu schaffen, sollten an Atemschutzmasken entsprechende Umweltauflagen gestellt werden, sagte Institutsleiter Michael Braungart am 19. Mai in Hamburg. Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Es kann nicht sein, dass die Atemschutzmasken jetzt ein gigantisches Müllproblem verursachen, wo es doch möglich ist, perfekt biologisch abbaubare Materialien zu verwenden."

Es habe vor der Corona-Krise eine breite gesellschaftliche Debatte über Wegwerfbecher für Kaffee und Tee gegeben, so das Umweltinstitut. Der vom Wirtschaftsministerium errechnete Bedarf von bis zu zwölf Milliarden Atemschutzmasken pro Jahr sowie der hohe Verbrauch an Einmalhandschuhen und anderer Schutzkleidung werde für ein Abfallaufkommen von etwa 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr sorgen. Das wären etwa sieben Prozent der gesamten Hausmüllmenge Deutschlands, die zusätzlich entstehen würden.

Abbaubare Masken könnten nach ihrer Nutzung sogar nützlich für die Umwelt sein, ohne dabei an Schutzwirkung einzubüßen, so Braungart. So könnte etwa nach entsprechender Aufbereitung Pflanzvlies entstehen, das den Pestizid- und Bewässerungseinsatz senkt. Das Hamburger Umweltinstitut ist ein gemeinnütziger Verein zur wissenschaftlichen Bearbeitung von Umweltthemen. Es wurde 1989 von Michael Braungart und Monika Griefahn gegründet.