"Stunde der Wintervögel": Nabu-Aktion zählt weniger Vögel in Hamburg
Hamburg (epd).

Bei der Vogelzählaktion „Stunde der Wintervögel“ des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Hamburg ist die Kohlmeise erneut am häufigsten beobachtet worden. Ihr folgen Blaumeise und Amsel auf den Plätzen zwei und drei, wie der Nabu am Mittwoch mitteilte. Mit 28,4 gezählten Vögeln pro Garten liege Hamburg jedoch deutlich hinter dem bundesweiten Mittel. Erfreulich sei der vierte Platz des Haussperlings, der in Hamburg auf der Roten Liste steht. Dieses Jahr wurden rund 15 Prozent mehr Haussperlinge als 2022 beobachtet, dennoch würden sie in Hamburg wegen des starken Rückgangs in den vergangenen Jahrzehnten ein „Sorgenkind“ bleiben, hieß es. Insgesamt hätten in der Hansestadt rund 1.800 Menschen in 1.209 Gärten und Parks an der Nabu-Aktion teilgenommen und über 34.000 Vögel gezählt.

Im langjährigen Trend seien bei der „Stunde der Wintervögel“ immer weniger Vögel in Hamburg gezählt worden. „Das Artensterben findet sichtbar vor unseren Augen statt“, sagte Malte Siegert, Vorsitzender des Nabu Hamburg. Die Politik habe ihre Hausaufgaben bisher nicht gemacht, um den Verlust von Lebensräumen und Arten wirkungsvoll zu stoppen. Siegert: „Sie muss endlich mehr tun, um den Erhalt der Biodiversität zu gewährleisten.“

Zwar stünden die Brutplätze der Haussperlinge in Nischen an Gebäuden unter Naturschutz. Dennoch seien in nur 25 Prozent der Hamburger Gärten Haussperlinge gezählt worden. Zum Vergleich: In Berlin kommen sie in 65 Prozent der Gärten vor. Zudem sei der Bestand mit rund zwei Haussperlingen pro hanseatischem Garten geringer als in Berlin, wo über acht Vögeln je Garten nachgewiesen wurden, teilte der Nabu mit. Auch die Amsel habe immer noch einen deutlich niedrigeren Bestand als im Winter 2017/2018, bevor ein Virus im Sommer 2018 zu einem Amselsterben in Hamburg führte. Der Bestand habe sich nach dem Rückgang um rund 40 Prozent nur leicht erholt.

Die nächste Vogelzählung des Nabu findet vom 12. bis 14. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.