Polarforscher Fuchs kritisiert Kreuzfahrt-Tourismus in die Arktis

Bad Bramstedt (epd)

Der norddetusche Polarforscher und Abenteurer Arved Fuchs, der seit Jahrzehnten die Arktis bereist, sieht den zunehmenden Kreuzfahrt-Tourismus in Polarregionen kritisch. "Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe steigt - das ist die Krux. Je größer die Schiffe, desto problematischer wird es - Partyschiffe haben in der Arktis nichts zu suchen", sagte Fuchs der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (12. August). Einige der kleinen Inuit-Dörfer würden regelrecht geflutet von Passagieren, die nur schauten und den Menschen vor Ort wenig zurückgäben. "Es profitieren meist nur die Besucher - nicht die Einwohner."

Positiv bewertete der Abenteurer allerdings kleine Arktis-Touren von "interessierten Menschen". "Kleine Expeditionskreuzfahrten mit einer interessierten Klientel, geführt von ausgebildeten Guides und Lektoren an Bord, erlauben eine weitgehend sensible Annäherung an die Natur."

Fuchs forderte angesichts des selbst an entlegensten Küsten angeschwemmten Plastikmülls strengere Regelungen zu dessen Vermeidung. "Es gibt eine riesige Verpackungsindustrie, die ein vitales Interesse daran hat, dass es so bleibt, wie es ist. Da muss der Gesetzgeber Vorgaben machen - so wie auf EU-Ebene Strohhalme und andere Dinge verboten wurden."