Neue Linden für Schleswig-Holsteins älteste Straße

Neumünster (epd).

Schleswig-Holsteins historische Chaussee zwischen Kiel und Altona bekommt neue Bäume. 67 Linden wurden in den vergangenen Wochen südlich von Neumünster an dem Teilstück zwischen Wittorf und Brokenlande gepflanzt. Der letzte Baum auf dieser Etappe wurde jetzt in Brokenlande öffentlichkeitswirksam in die Erde gesetzt. Anwesend waren Vertreter von Heimatbund, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Gemeinde und Land.

Die Bäume sollen helfen, den Allee-Charakter der historischen Straße wieder sichtbar zu machen. Seit 14 Jahren organisiert der Heimatbund Pflanzaktionen. Seither wurden über 1.300 Bäume neu gepflanzt. Ein Ende der Aktion ist nicht absehbar, zumal durch Straßenbauarbeiten auch immer wieder neue Lücken entstehen.

Vor 190 Jahren wurde Schleswig-Holsteins älteste Straße von dem dänischen König Friedrich VI. persönlich in Bad Bramstedt eröffnet. Altona war damals noch eigenständig und eine der größten Städte des dänischen Königreiches, ehe es 1937 Hamburger Stadtteil wurde.

Die „Kiel-Altonaer-Chaussee“, wie sie damals hieß, verband Kiel, Bordesholm, Neumünster, Bad Bramstedt und Altona und folgt heute der Bundesstraße B4 sowie den Landesstraßen L318 und L319. Sie war 94 Kilometer lang und verkürzte die Reisezeit von rund 20 Stunden auf etwa die Hälfte. Startpunkt war der heutige Stresemannplatz in Kiel, Endpunkt die Holstenstraße in Altona. Erst 14 Jahre später wurde die Eisenbahnstrecke Kiel-Altona eröffnet.

Gesäumt wurde die Chaussee von zwölf Meilen- und Halb- Meilen-Steinen an der westlichen Straßenseite, die alle noch erhalten sind. Eine preußische Meile entspricht 7,5 Kilometern. Freie Fahrt war mit der neuen Straße allerdings nicht verbunden: Zur Finanzierung von Bau und Unterhalt waren „Maut-Stationen“ eingerichtet, an denen die Fuhrleute Abgaben zahlen mussten.