Naturschützer: Klimawandel bedroht Weltnaturerbe Wattenmeer

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Sommerurlaub am Wattenmeer bei Cuxhaven
Vor zehn Jahren erklärte die Unesco das Gebiet zum Weltnaturerbe
Husum (epd)

Naturschützer sorgen sich um den Fortbestand des Ökosystems Wattenmeer. Steigende Meeresspiegel könnten großflächige Wattgebiete schon in wenigen Jahrzehnten mitsamt ihrer Tier- und Pflanzenwelt für immer verschwinden lassen, sagte Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer, in Husum. Zwar sei die Region von Dänemark bis zu den Niederlanden seit zehn Jahren als Unesco-Weltnaturerbe geschützt, doch der Klimawandel sei eine besondere Bedrohung. Am 26. Juni 2009 wurden das schleswig-holsteinische, niedersächsische und niederländische Wattenmeer als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt. Das hamburgische Wattenmeer folgte im Sommer 2011, der dänische Nationalpark Vadehavet 2014.

"Wir freuen uns sehr, dass unsere Region seit 2009 in einem Atemzug mit der Serengeti oder Yellowstone genannt wird", sagte Förster. Leider aber sei dieser einmalige Naturraum in seiner Existenz gefährdet. 40 Millionen Tagesgäste mit all ihren Auswirkungen besuchten jährlich das Wattenmeer - und weitere Steigerungen seien zu erwarten: "Auf Dauer muss sich der Tourismus nachhaltiger entwickeln", fordert Förster. Erste gute Ansätze sieht er in neuen Angeboten für den öffentlichen Nahverkehr, wie sie derzeit in Nordfriesland und Dithmarschen in der Planung seien. Auch müssten die Wattenmeerhäfen verstärkt in eine nachhaltige Wirtschaftsweise investieren.

Konsequent zu vermeiden seien jedoch "schädliche Eingriffe in das Ökosystem Wattenmeer", so Förster. Die nach wie vor bestehende Förderung fossiler Rohstoffe im Wattenmeer passe nicht zu einem Welterbegebiet. Förster begrüßte Überlegungen in den Niederlanden, aus der Erdgasförderung im Wattenmeer auszusteigen.

Sorge bereitet den Wattenmeer-Schützern auch die Bestandsentwicklung vieler Küstenvogelarten, wie beispielsweise dem Knutt. Der Bestand dieses typischen Zugvogels habe sich in wenigen Jahrzehnten im Wattenmeerraum nahezu halbiert. Dringend erforderlich seien nachhaltige Reformen in der Landwirtschaft. Deren Einträge in die Marschgebiete müssten vermieden werden. Förster forderte zudem ein Pestizidverbot im Wattenmeer.